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Menorah · 1927-02-01 · Heft 2 (Februar 1927) · p. Seite 131

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 2 (Februar 1927)
Article
Die Entdeckung der portugiesischen Marranen
Date
1927-02-01
Page
Seite 131 (sequence 3)
Language
German
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BIBLIOGRAPHIE 131 gis. . . Der sozialen Stellung nach sind die Marannen in der überwiegenden Mehrzahl Handwerker; auch Landwirte, wenn auch in kleiner Zahl, finden sich unter ihnen. In der Stadt Kolilhan — Zentrum der Webereiindustrie —, einer Art portugiesischem Manchester, konzentriert sich die ganze Textilindustrie in marannischen Händen. Aber auch in den Reihen der portugiesischen Intelligenz sind die Marannen stark vertreten: Advokaten, Richter, Lehrer, Staatsbeamte, Journalisten, Schauspieler und insbesondere Ärzte (bildete doch die Medizin dasjenige Gebiet, in dem sich die Juden seit jeher, seit Gründung des portugiesischen Staates, ausgezeichnet hatten). So gelang es Ingenieur Schwartz die öillt3',SörT<n,,1Kt^" der alten jüdischen Zentren kennenzulernen. Seinen Bemühungen ist es zu danken, daß die Marannen von Portugal mit der übrigen jüdischen Welt wieder in Kontakt gekommen sind. Sie schließen sich jetzt der jüdischen Gemeinde in Lissabon an und nehmen — nach den letzten Nachrichten der jüdischen Presse — jetzt die Bestallung eines Rabbiners vor. BIBLIOGRAPHIE EUROPAS FÜHLEN WELTANTHOLOGIE DES XX. JAHRHUN¬ DERTS. Erster Band: Europäische Lyrik der Gegenwart 1900 bis 1925. In Nachdichtungen von Josef K alme r. 1927. Verlagsanstalt Dr. Zahn & Dr. Diamant, Wien- Leipzig. Das Schlagwort von der Entseelung Europas durch die Technik ist unwahr, wie alle seiner Gattung. Ein Beweis für viele: Der vielfältige Reichtum des Gefühlsausdruckes in der modernen Lyrik, nicht bloß dort, wo sie — wie in den romanischen Ländern — hilfreiche Stütze am Sprachklang findet, sondern vor allem in jener lyrischen Dichtung, die aus den jungen, kaum zum Tönen gebrachten Sprachen sich formt. Da Lyrik im geistigen Massenbetrieb unserer Zeit (der — im Gegensatz zum technischen — wirklich enlseelend wirkt) fast immer unbeachtet bleibt, ist die Schaffung einer modernen Anthologie nicht nur, wie das gebräuchliche Klischee lautet, verdienstvoll, sondern weil mehr: Mahnung zur Besinnlichkeit. Josef K a 1 in e r hat sich der durchaus nicht dankbaren Aufgabe unterzogen, eine Art Abbreviatur der europäischen Lyrik (die deutsche ausgenommen) in Nachdichtungen zu schaffen. Es ergab sich ein stattlicher Band von mehr als 300 Seilen und darin sind 33 Völker Europas mit den unzähligen Variationen ihres Empfindungsausdruckes vertreten. Sorgsam ausgewählt, vorsichtig tastend ins Deutsche transponiert (erfreulich, daß der Nachdichler auf Mätzchen verzichtet, wo gar oft, wie bei der Übertragung französischer Verse, die Verführung dazu groß ist). Und es bedarf wohl erst keiner Empfehlung für ein Buch, in dem der Vers vorkommt: „Tritt sachte auf, du trittst auf meine Träume" (in einem kleinen Gedicht des Iren Yeats). Soziologisch gut analysierte Übersichten über den lyrischen Quell der verschiedenen Völkerkreise führen unaufdringlich, dafür eindringlich in die „Materie" europäischen Fühlens ein. Nur ein Wort, das einem Wunsch nach Ergänzung Ausdruck gibt: In den letzten 25 Jahren ist in Europa eine starke Lyrik zweier junger Sprachen entstanden: die neuhebräische und die jiddische. Von der ersten sind Bialik, Tschernichowski, Schimonowitsch, von der anderen (wenn man den wenig bedeutenden Morris Rosenfeld nicht mitzählt) Broderson, Reisen, Leiwik, nicht bloß repräsentativ (das bedeutet ja nicht viel), sondern präsentabel, ja mehr als das: originell. Wie wäre es mit einer Ergänzung? S. S. GH. BLOCH. Das jüdische Amerika. Wien. Eigene Wahrnehmungen und zuverlässige Berichte, an die der Verfasser lesenswerte und zum Nachdenken anregende Betrachtungen knüpft, lassen vor unseren Augen das jüdische Amerika vorüberziehen mit allen den Licht- und Schallenseilen, die uns meist vom Hörensagen bekannt sind. G.

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