Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1927)
- Article
- Spinoza
- Date
- 1927-02-01
- Page
- Seite 124 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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124 M E N O R A Ii Spinoza ganz unflätig anzupöbeln (er nennt ihn den ,,foetor judaicus")r blieben von Spinozas Einfluß nicht unberührt, und wenn der Wortführer der aller jüngsten Pseudophilosophie, der Monist Haeckel, sich auf Spinoza als auf seinen einzigen Vorläufer beruft, so können wir diese Berufung, obgleich sie sachlich nicht ganz zutrifft, dennoch als einen Ausdruck der Verehrung quittieren, den ein deutscher Gelehrter, der der neueren Naturwissenschaft ihre Signatur gegeben, dem Einsiedler vom Haag gezollt hat. Und wenn man das Bildnis dieses armen Juden ansieht, dieses Bildnis mit den milden, heiter-ernsten Augen, die ein wenig ironisch blicken, dieses cherubinische Angesicht, das alle Weisheit der Welt in sich zu fassen scheint, dann gewinnt man vollends den Eindruck, als hätte hier ein Geist gelebt, der in seiner Nachwirkung fortdauern wird bis ans Ende aller Zeiten, unsterblich, unvergessen, ein wahrhaft Gesegneter, Benedictus Spinoza! Aus der reichen Literatur über Spinoza seien außer den oben gegenannten Werken noch angeführt: Krakauer, Zur Geschichte des Spinozismus in Deutschland, 1881; Meinsma, Spinoza und sein Kreis, 1909; als Einführung ist vortrefflich das Buch des Juden Rieh. Wahle, Kurze Erklärung der Ethik von Spinoza, 1899; Anna Tumarkin, Spinozas Metaphysik. Spinoza-Romane schrieben Berthold Auerbach. S. Heller, Kolbenheyer (..Amor dei") und Otto Hauser. Das Spinozadenkmal im Haag mit den „Häusern vom heiligen Geist"