Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1927)
- Article
- Geburt, Hochzeit und Begräbnis in der jüdischen Kunst
- Date
- 1927-02-01
- Page
- 102 (sequence 2)
- Language
- German
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Aus einem Mohelbuche Das Klischee wurde uns von dem Antiquariat J. Kauffmann in Frankfurt am Main zur Verfügung gestellt. Von dem äußerst seltenen Mohelbuch, dessen Original sich im iiebrevv Union College, Cincinnati, befindet, wurden 12 Exemplare reproduziert den Juden als eine immüielbar mit der Geburt in Zusammenhang stehende Kulthandlung angesehen werden muß, die am achten Lebenslage vorgenommen wird. In last allen jüdischen Museen (am reichsten durch die Leihgaben der Bondischen Sammlung in Frankfurt am Main) und in allen jüdischen Abteilungen der allgemeinen Museen finden sich Beschneidungsmesscr. Man erkennt sie leicht an dem besonderen Schliff der Klinge, wenn nicht durch eine Inschrift oder durch einen bildlichen Schmuck die besondere Art zu erkennen ist. Neben den aus Taielmesscrn hergestellten Stücken finden sich häufig Messer mit Achat-, Bernslein- oder Bergkristallgriffen, seltener sind solche aus Email oder Elfenbein. Diese beiden Arten zeigen am häufigsten Bilderschmuck; die Opferung Isaacs, die Bcschneidung, den Besuch der Engel bei Abraham (der, nach einer Erläuterung der Bibel, eine Krankenvisite nach der Beschneidung des greisen Patriarchen war) sind bisher bekanntgeworden. Außer dem Messer ist eine zangenarligc Sicherbeitsplatle nötig, die meist aus Silber gefertigt und oft mit einer Stiflerinschril't versehen ist. Fläschchen mit blutstillenden Essenzen, eine Sonde, nagelarlig gebildete Instrumente, eventuell auch ein flaches, offenes Schaldh.cn vervollständigen das Instrumentarium. Neben einer großen Anzahl von Einzelstücken kommen auch ganze Kästen, die besonders zur Aufnahme der Geräte eingerichtet sind, vor; in diesen Fällen werden die einzelnen Teile meist mit Ornamenten, Inschriften und Emblemen verziert. Die Beschneidungsgeräte stammen, soweit sich das Material übersehen läßt, aus der Zeit vom 17. bis zum 19. Jahrhundert; von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an werden fast ausschließlich mo-