Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1927)
- Article
- Geburt, Hochzeit und Begräbnis in der jüdischen Kunst
- Date
- 1927-02-01
- Page
- 101 (sequence 1)
- Language
- German
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Geburt, Hochzeit undBegräbnis in der jüdischenKunst Von Erich To e plitz Mit Abbildungen aus der Vorbildersammlung der Gesellschaft zur Erforschung judischer Kunstdenkmäler Frankfurt a. M. - Nachdruck verboten Die Ereignisse, die das menschliche Leben einteilen: Geburt, Mannbarkeit, Ehe und Tod, werden durch Kulthandlungen gefeiert. Ihre Bedeutung bedarf keines besonderen Hinweises, sie sind — ob mit Recht oder Unrecht mag dahingestellt sein — sogar zum Teil als die Uranfänge (I) aller Religionsübung gewertet worden. Im Judentum, das eine sehr starke sippenmäßige Bindung zeigt, mußten die naturgegebenen Ereignisse bereits sehr früh zu Kulthandlungen Anlaß geben. Soweit diese nun der Kunst Aufgaben stellten, sollen sie in kurzen Zügen skizziert werden. Schon die Frau im Kindbett schützt ein Amulett, deren Unzählige sich erhallen haben. Sie sind am den verschiedensten Materialien hergestellt und zuweilen reich verziert worden; selten zeigen sie künstlerisch Bedeutendes, das bei den der Schreibkunst zugehörigen Arbeiten am wertvollsten zu sein pflegt. Von größerem Interesse wären die Gehäuse aus Edelmetall, die neben Schriftverzierung auch Abbildungen der Tempelgeräte zeigen; die weitverbreiteten Stücke aus Textilien mit Münzbehang haben nur gelegentlich und dann nur ein numismatisches Interesse. Wenn eine Bearbeitung des reichen und verstreuten Materials feste Gesichtspunkte in dieses Gebiet bringen würde, wäre es vielleicht auch in künstlerischer Hinsicht interessanter, als es bisher den Anschein hat. Nicht nur das Amulett, sondern auch andere oft recht wunderliche Hilfsmittel werden angewandt. Das jüdische Museum in Straßburg besitzt zum Beispiel ein säbelartiges sogenanntes Krasmesser, das der Wöchnerin ins Bett gesteckt wurde. Damit wäre die Grenze erreicht, die sich dieser Aufsatz gesteckt hat, denn der künstlerischen Gestaltung pflegen diese Objekte keine Möglichkeit zu bieten. Die Abwehr schädlicher Angriffe geschieht natürlich auch bei der Beschneidung, im Einzelfall läßl es sich gar nicht immer entscheiden, ob nur die Muller oder nicht auch bereits das Kind oder dieses allein durch dasselbe Amulett geschützt werden sollen. Auch die Geräte für die Beschneidung müssen in diesem Zusammenhange erwähnt werden, weil sie jedenfalls bei Beschneidungsbesteck Messer mit Bernsteingriff in Silberfassung mit Filigranem ail, silbernes Fläschchen mit Ät/.ornameutik, zwei silberne Nägel, Nadel mit Korallengi iff, silberne Zange "mit hebräisch er Inschrift i"0 Original: Sammlung Bondi im Museum jüdischer Altertümer Frankfurt a. M.