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Menorah · 1927-01-01 · Heft 1 (Januar 1927) · p. 53

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 1 (Januar 1927)
Article
Der Anteil der Juden an der Musikentwicklung in Rußland
Date
1927-01-01
Page
53 (sequence 1)
Language
German
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Der Anteil der Juden an der Musikentwicklung in Rußland Von Rudolf Keti er Historiker, der einmal berufen sein wird, die Geschichte der J_ß Musik unserer Zeit zu schreiben, wird ein neues Kapitel einschalten müssen: die jüdische Musik. Zwar, Namen von Juden tauchen auch in der verflossenen Musikepoche in immer steigender Zahl und Bedeutung auf. Dennoch rechnete1 man — allerdings, wie man nachträglich sieht, auch hier nur mit bedingtem Recht — Bizet oder Oifenbach ohneweiters zur französischen, Mendelssohn oder Mahler zur den Ischen Musik. Dagegen wäre es heute bei Ernest Bloch geradezu absurd, ihn etwa als amerikanischen Musiker, weil er jetzt dort lebk oder als französischen, weil er dort seine ersten Erfolge erstritt, oder gar als Schweizer, weil er da geboren wurde und seine Kindheit verlebte, hinstellen zu wollen. Vielmehr wird jeder, der seine Werke kennL für ihn nur eine passende Bezeichnung wissen: er ist jüdisch. Dabei ist Bloch zwar der bedeutendste, aber keineswegs der einzige Vertreter dieser Art. Immerhin, sind es auch mehrere, hier im Westen bleibe» sie vereinzelte, losgelöste Erscheinungen. Ganz anderes geht heute in Rußland vor sich. Hier haben sich die Kräfte zusammengefunden: eine Gruppe, eine Schule gewissermaßen — wenn man diesen Begriff nicht mit dem ominösen Beigeschmack, der ihm häufig anzuhaften pflegt, nehmen will —, eine ganze Musikergencration ist herangereift, die, so verschiedenartig ihr Schallen im einzelnen auch sein mag und soll, doch alle gleichsam nach einem Brennpunkt strahlen: der Realisierung jüdischer Geistes- und Seelen - weit in der Musik. In Rußland müssen heule beinahe umgekehrt jene jüdischen Komponisten, die, wie zum Beispiel Feinberg, diese Bewegung nicht mitmachen, als Sondererscheinungen, Einzelgänger betrachte! werden. Vielleicht wird so der Historiker zu einer Variierung der diese Zeilen einleitenden Titelworte gelangen: ,,Der Anteil Rußlands an der Entwicklung einer jüdischen Kunstmusik". JLJaß eine Angelegenheit von solcher Tragweite in Blättern, die dem jüdischen Kulturgedanken dienen, hiemit nicht zum erstenmal zur Sprache kommen durfte, ist nur selbstverständlich*). Durch den be- *) Siehe Menorah, III. Jahrgang, Heft 5.

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