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Menorah · 1927-01-01 · Heft 1 (Januar 1927) · p. Seite 43

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 1 (Januar 1927)
Article
Der Keller
Date
1927-01-01
Page
Seite 43 (sequence 6)
Language
German
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DER KELLER 43 kommando! Warum wollen Sie nicht Kavallerieinspektor werden? Nun, warum nicht? Zu wenig? Zu wenig?" Er zitterte am ganzen Leibe. Und hielt David seine blutbedeckten Fußfetzen hin: „Da haben Sie, damit habt ihr uns belohnt!" Da fiel ihm seine Brille zu Boden. Der Rechtsanwalt stieß Bauch zur Tür: „Für eine Minute, um Himmels willen, gehen Sie nur für eine Minute weg!" Der Oberleutnant suchte auf allen Vieren am Boden. Bauch aber hob den zu Boden gefallenen Fuß fetzen auf und legte ihn auf den Tisch: Essen Sie, auf Ihr Wohl!" lächelte Bauch — aber er lächelte nur mit den Augen, denn die Lippen konnten nicht, sie waren ungehorsam, und er ging hinaus, mit seiner dreifachen Last auf dem Rücken. Vom Eingang ins Bauernhaus bis zum Waldrand dehnte sich ein Feld. Grau, langweilig, mit dürren Hügeln. Der Hahn schrie heiser und faul, über dem Dnjester lag der Morgennebel, vielleicht schien der Wald deshalb so weit, so unerreichbar zu sein. Davids Warze aber, die vom Oberleutnant mit den Fußfetzen gereizt worden war, hatte zum erstenmal das Verlangen, statt nach unten, nach oben gerichtet zu sein. Mittags brachte Powidla den Fährmann mit, da lagen sie wieder fest: der Fährmann verlangte sehr viel, David hatte sich in seinen Kalkulationen geirrt — Kerenski-Geld war in diesen Tagen sehr gefallen, der Fährmann aber verlangte Romanow-Rubel und gab auch trotz Zureden nicht nach. David entpuppte sich als schlechter Diplomat ■— Milchiker hatte es leichter, mit Afghanen oder Indern einig zu werden. ,,Für Sie alle lasse ich drei nach", ließ sich schließlich der Fährmann erweichen. „Der da gehört nicht zu uns", sagte der Oberleutnant und deutete dabei auf David, um deutlicher zu sein. „Wieviel für zwei?" Der Rechtsanwalt wandte sich ab, der Fährmann schnupfte auf und befeuchtete die Romanow-Hunderter, während er sie nachzählte. Die Fünfundzwanziger mit den großen Katharinen flimmerten. David wurde plötzlich ganz schwach im Rücken und lehnte sich an den Ofen, der ihn aber, trotzdem er breit genug war, gar nicht genügend stützte und immerfort wegzurücken schien. Im Walde gingen sie folgendermaßen: als erster der Fährmann, hinter ihm Weressow, als letzter der Oberleutnant in hoher Wintermütze. Der irre Blick Davids folgte automatisch dieser Mütze. Wenn sie nach einem Sprung auf einen Hügel hinter einer mächtigen Eiche verschwand, riß es David mächtig nach. Vorne dann — sah er sie wieder und versteckte sich. Wie hinter einer Deckung schlich er ihnen

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