Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1927)
- Article
- Der Kampf um das Profanjudentum
- Date
- 1927-01-01
- Page
- 23 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Dr. Leo Pinsker J. L. Gordon die damals in Rußland und Polen entstehende jüdische Wissensehaft, deren Repräsentanten Zweifel, Simcha Pinsker, S. J. Frum, S. S a c h s und andere waren, bereits eine ganz andere Triebkraft maßgebend: die Schaffung volklichen Bildungsschatzes in einer dem Volk gemäßen sprachlichen Ausdrucksform. Die letzten Reste der Angleichungsidee waren durch die Pogrome weggeschwemmt und nun vollendete sich auch äußerlich, was sich innerlich bereits entwickelt hatte: die profan-nationale Volkswerdung. Ihr geistiges Rüstzeug schufen Achad-Haam, Smolenski, Ben-Jehuda, ihr politisches Dr. Leo Pinsker, dessen Schrift „Autoemanzipation" die Judenstaatsidee Herzls zum Teil vorwegnahm, Hirsch Kalischer und andere. Die Palästinakolonisationsbewegung der „Chowewe Zion", die jüdischautonomistischen Bestrebungen der immer stärker aufkommenden jüdischen Arbeiterbewegung, all das sind Meilensteine auf diesem Entwicklungsweg. Immer stärker wurde die Masse von diesen Strömungen mitgerissen und ihre geistige Revolution wirkt fort, so sehr auch Krieg und Nachkrieg ihre Fundamente erschüttert haben. Die gegenläufigen Bestrebungen des revolutionären Rußland, dessen Methoden zur „Einfügung4* der Juden unheimlich genau denen des liberalisierenden Zarismus gleichen, werden wirkungslos bleiben müssen, so lange in der jüdischen Masse selbst die Ideen der geistigen Revolution, die aus ihr geboren wurde und in ihr fortwirkt, weiterleben; denn die geistige Revolution eines Volkes ist in ihrer Wirkung viel stärker als alle doktrinär sozialen Umsturzideen.