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Menorah · 1926-12-01 · Heft 12 (Dezember 1926) · p. Seite 711

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 12 (Dezember 1926)
Article
Vier ostjüdische Chanukahmenoroth
Date
1926-12-01
Page
Seite 711 (sequence 3)
Language
German
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VIER OSTJÜDISCHE CHANUKAHMENOROTH 711 Die Vasen und Kännchen, das zierliche Ranken- und Blattwerk, che springenden anatomisch richtigen und sehr graziösen Hirsche und die gut postierten Adler wirken neben den menschenähnlichen Löwen, die die Krone hallen, last wie Arbeiten zweier verschieden geschulter Meisler von divergenter Begabung. Das ist typische ostjüdische Volkskunst, die in den Holzschnitzereien der Synagogen besonders zutage tritt. Ähnlich verhält es sich mit der holzgeschnitzten Menorah3), die im Jahre 1800 durch Menachcm Mendel Mahler aus Galizien in Nikolsburg für einen Wiener Mäzen angefertigt wurde. Was deutet in dem Slück irgendwie an, daß es mit Kunst der Sechziger Jahre auch nur im entferntesten zusammenfällt? Es hätte ebenso diese Menorah im Ausgang des 18. Jahrhunderts geschaffen werden können, und hätte bei Nichtvorhandensein der Dedikalion der Zahn der Zeil irgendwie mehr genagt, so wäre die zeilliche Bestimmung dieser Menorah keineswegs so ausgefallen, daß man sie in die Sechzigerjahre des vorigen Jahrhunderls verlegen würde. Dieser konservative Zug in der jüdischen Volkskunst ist etwas ganz Eigenartiges und Besonderes. Die letzten zwei monströsen Slandmenoroth*) stammen aus dem. letzten Viertel des 18. Jahrhunderts. Es sind polnische Gelbgußerzeugnisse und haben in irgend einer galizischen oder kongreßpolnischen Synagoge sich befunden. Die Sockel dieser Menorolh, von denen die größere einen Durchmesser von 0015 Meter mißt, ruhen auf je vier Löwen. Darüber erhebt sich der mit Banken und Blüten gezierte BaluslerschafL von dem gleichmäßig die nach beiden Seiten verteilten acht Liehlerarme ausgehen. Der ,,Schammes" ist auf einem in der Milte, vor den Lichtern befindlichen Arm angebracht, beide Stücke von dem polnischen Adler 1) „Menorah", 2. Jahrgang Nr. 2, Erich. Toejilitz: „Die Menorah des Chanukafestes", als Sonderdruck erschienen s. An]<, -) Im Besitze des Herrn Kommerzialrates Sigm. Bondi, Wien ]I. e a) Im Besitze der Familie B., Wien IX. 4) Besitz des; Herrn Direktors A. S., AVien I. m STANDMENOBAH (Gelbguß) überkront. Die größere dieser beiden Menorolh, deren SchufIhöhe 1*58 Meter mißt, trägt in der Widmungsinschrift die Datierung 5531/1770—71, dos kleinere Exemplar meldet nur die Namen der Spender. Wenn wir uns nun am Ende fragen, ob es auch einen anderen Sinn hat, hier wieder einige Stücke angeführt zu haben, als der Schaulust und Ergölzung gedient zu haben, so muß erwidert werden, daß wir bei dem primitiven Zustand der jüdischen Kunslforschung keine andere Aufgabe haben, als m () g 1 i c, h s l viel M a L e r i a 1 z u s a mm e n z u t r a g e n. Was in Privatsammlungen oder auch nur im privaten Einzelbesilze schlummert, aufzuspüren und festzuhalten, muß unsere Pflicht sein, das zu tun, b i s einmal die jüdische Öffentlichkeit die Möglichkeit bietet, systematisch dies e Kult u ra r b e i l zu leisten. Ho Ifen 11 ich ist bis dabin nicht allzuweit.

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