Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1926)
- Article
- Salomon Ehrmann
- Date
- 1926-12-01
- Page
- Seite 669 (sequence 4)
- Language
- German
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S A L O M O N EHRMAN N 669 die engere und weitere jüdische Gemeinschaft: Als Mitglied des Wiener Kullusvorstandes, dem er viele Jahre angehörte, und Obmann ihrer Spitalkommission, als Mitglied ihrer historischen Kommission, im Vorstand der Israelitischen Allianz, des Kuratoriums des Jüdischen Museums, um nur einiges zu nennen, hat er ebenso Ersprießliches geleistet, wie auf seinem engeren Tätigkeilsgebiete, etwa als Generalsekretär der Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheilen und in der Leitung der Wiener und der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft. Und dabei war er ein vielbeschäftigter Arzt und eifriger Forscher. Ohne auf der Zinne der Partei zu sieben und frei vom Nationalismus, halle er volles In der Synagoge der jüdischen Gemeinde im Dorfe Pekiin (Obergaliläa) wurdee in S tein entdeckt, auf dem sich ein Relief der sieb enarm i gen Menorah nebst anderen heiligen Geräten befindet. Der K. K. L. (Jüdischer Nationalfonds) hat in der Umgebung von Pekiin für die dort seit Jahrhunderten ansässigen jüdischen Fellachen Boden angekauft Verständnis für die Erneuerung des Judentums und für die Zukunft des jüdischen Volkes. Mit reger Anteilnahme begleitete er den Aufbau des neuen Palästina und unterstützte alle Bestrebungen, die ihm dienten, wie er denn an allen jüdischen Aktionen führend oder helfend teilnahm. Man darf wohl ohne Übertreibung sagen: nichts geschab ohne ihn, das meiste mit ihm, vieles durch ihn. Wie er als akademischer Lehrer der Universität und der studierenden Jugend, namentlich der jüdischen, sein lebhaftes Interesse immer entgegenbrachte und dieser in ihren Nöten stets seine hilfsbereite Fürsorge angedeihen ließ, so fand die Eröffnung der Universität in Jerusalem seine warme Begeisterung: er trat nicht nur dem Komitee zur Wiener Feier bei, sondern hielt auch die Festrede, die durch die Darlegung der Ziele und Aufgaben der neuen Universität bleibenden Wert behält. Am Schluß seines Vortrages „Böhmische Dorfjuden" heißt es: „Das großstädtische Leben führt schließlich zur Entartung, die städtische Bevölkerung kann sich nur erneuern durch Zufluß von außen, von Menschen, die ihre Lebenskraft aus der Scholle, aus der Natur gezogen haben. Der Jude muß wieder zur Natur, zur Mutier Erde zurück, und aus diesem Grunde allein ist es schon eine jeden Preises würdige Bestrebung, eine große Zahl von Juden in Palästina anzusiedeln, für den Aufbau des Landes Opfer zu bringen und aus dem Boden Zähigkeit zu gewinnen, bis ein neues Geschlecht neue Quellen der Kraft finden mag." So stand der alte und doch jugendliche Ehrmann dem Neuen, das im allen Lande der Väter werden will, gegenüber. Ein Leben reich an Arbeit, aber auch an Erfolgen, denn es fehlte ihm nicht an Ehren und Auszeichnungen, ist zu Ende gegangen. Die Gebrechen des Alters machten sich nur wenig bemerkbar, die geistige Spannkraft behielt er bis zuletzt. Die Mitwelt hat ihm viel gegeben und wird ihm ein treues Andenken bewahren, aber auch die Nachwelt wird den Namen Salomon E h r m a n n stets in hoben Ehren halten.