Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 11 (November 1926)
- Article
- Die Chaluzah
- Date
- 1926-11-01
- Page
- Seite 651 (sequence 2)
- Language
- German
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DIE CHALUZAH (iül tischen Strömungen der Zeil, nur der anderen Seite durch den fraulichen Instinkt der Fürsorge, verstärkt durch die jüdische Rachin an uth. Eine völlig andere Situation finden wir im Ostjudentum. Wohl hatte es seine Aufklärung, die Haskalah. Diese tangierte jedoch keineswegs die Stellung der Frau, die auch nicht durch das Milieu beeinflußt werden konnte, da die Frau des Slawen der gleichen Gesellschaftsschichte tief unter der Jüdin stand. Revolutionär mußte hier die Entwicklung sein, die weder parallel mit dem jüdischen Mann noch mit der Frau der Umwelt ging. Revolutionär besonders bei der Mentalität und der Umwelt des Ostjuden. Es fehlte jeder Übergang vom Gestern zum Heute. Im geheimen, auf dem Dachboden, nachts, beim Lichte eines Kerzenstummels, las man die profanen Schriften, die man vor den Ellern verbergen mußte. Und in diesem Kreise mußten auch die revolutionären Schrillen, die man zugesteckt bekam, von lieferer Wirkung sein als irgendwo im Westen. Eine dreifache Revolution mußten sie erzielen. Revolution gegen die geistige Enge daheim. Revolution gegen die nationale und gegen die soziale Unterdrückung sowie gegen die Stellung der Frau. In dieser Atmosphäre wird die Chaluzah geboren. Sie ist ein Produkt der Revolution. Chaluziuth bedeutet Überführung des jüdischen Volkes in die Urproduktion, soziale und kulturelle Neugestaltung. Und in der sozialen Neugestaltung spielt die völlige Gleichberechtigung der Frau eine hervorragende Rolle. Der Chaluz ist eine Schöpfung des russischen Judentums. Russisch-sozialistische Denker der Vorkriegszeit haben auf sein Entstehen entscheidenden Einfluß genommen, die religiös-soziale Ideenwelt Tolstois hat die