Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 11 (November 1926)
- Article
- Der Traumsiedler
- Date
- 1926-11-01
- Page
- Seite 637 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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DER TRAUMSIEDLER 637 „Allah soll mich strafen, wenn ich nicht draufzahle. Ich tu' es nur, damit du siehst, daß man nur mit Soliman Geschäfte macht. .." Ich hätte schon Lust, ja zu sagen, und fühle mich versucht zu sagen: Reiche mir die Hand, Soliman, es wird gemacht. Doch etwas zwingt mich zur Zurückhaltung. „Halt! Wie soll ich dir achtzig Kubikklafter Reis verkaufen, wenn ich nicht weiß, ob ich soviel oder überhaupt etwas haben werde." „Das sieht man schon." „Es ist möglich, daß etwas geschieht." „Ei, was sollte denn geschehen?" „Die Ähre steht noch auf dem Feld." „Soliman kauft so." „Ich möchte dich nicht betrügen, vielleicht geschieht dem Reis doch etwas." „So haben wir beide den Schaden." „Nein .. . Weißt du was? Ich gebe dir den Reis, wenn ich ihn geerntet und gedroschen habe." „Gib mir die Hand darauf, Jischaj." Ich reiche ihm die Hand. Wir plaudern. Er fragt nach meinem Leben. Ich frage wenig; denn ich habe ihn im Verdacht, daß er ein Hebräer ist. Seine Stimme, seine Gesten, der Glanz in seinen Augen, wie er schmeichelt und feilscht, dies alles ist ja mein altes Ich, das ich abgestreift. Aber ich sage nichts darüber. Er redet mich immer mit dem Wort Bruder an. „Und wie groß ist deine Familie, Bruder Jischaj?" „Sieben Personen." „Fünf eigene Kinder?" „Ein fremdes Kind und Großväterchen." Er rüstet zum Fortgehen. Zu den Brüdern. Ehe er aufbricht, zeigt er auf das Pferd. „Du willst aber nicht dieses Pferd?" „Ja, ich will dieses." „Das ist nicht genug stark. Ich habe stärkere." „Mir scheint, es ist genug stark." „Du irrst, Bruder. Ich gebe es gerne, nur will ich nicht, daß du dann sagst, Soliman hätte dich betrogen." Ich fange an, schwankend zu werden. „Glaubst du, dieses sei nicht stark genug?" „Freilich. Für den Karren ist es gut, zum Pflug aber braucht man ein knochiges Tier."