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Menorah · 1926-11-01 · Heft 11 (November 1926) · p. Seite 612

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 11 (November 1926)
Article
Die Hierosolymitanische Stiftung [Illustration]
Date
1926-11-01
Page
Seite 612 (sequence 2)
Language
German
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612 MENORAH „von Haus zu Haus einmal wöchentlich drei Jahre hindurch gehen sollten" und von jedermann mindestens eine Tympfe nehmen sollten, da alle Juden verpflichtet wären, für die Armen in Palästina zu spenden. Ähnliche Bestimmungen finden wir auch in den Gemeindeordnungen anderer Länder3). Die Metzer Gemeinde hatte anfangs des 18. Jahrhunderts verfügt, daß gegen jene Gemeindemitglieder, die sich weigern sollten, eine ihren Vermögensverhältnissen entsprechende Gabe zu spenden, die Gemeinde Mittel und Wege finden soll, wie man sie .,mit der unserer Hand zur Verfügung stehenden Gewalt'4 zwingen kann, von ihnen „würdige" Spenden herauszubekommen. In Österreich wurden ebenfalls Sammlungen für die Armen Palästinas veranstaltet, nicht nur in den jüdischen Gemeinden in Mähren, sondern auch die Wiener Judenschaft hatte stets Interesse für das Los ihrer palästinensischen Brüder. Besonders stark war diese Palästinafürsorge an der Wende des 17. und 18. Jahrhunderts, in welchem Zeitpunkte die Lage der aschkenasischen Juden in Palästina sehr schlecht war. Damals vergaßen die Juden der Galuth nicht an ihre Pflicht diesen Gemeinden gegenüber. Äußerst traurig wurde die Lage der Aschkenasim-Gemeinden in Jerusalem, Hebron und Saffed zu Beginn des 17. Jahrhunderts, als an ihrer Spitze vorwiegend sephardische Juden gestanden sind. Diese hatten den Großteil der von der türkischen Regierung auf die gesamte Judenschaft auferlegten Steuern auf die Aschkenasim aufgeteilt, die derart drückend waren, daß die Gemeinden sich gezwungen sahen, Anleihen, selbst bei nichtjüdischen, türkischen Geld Verleihern aufzunehmen. So schuldeten sie in dieser Zeit fl. 135.000, von denen allein fl. 120.000 bei türkischen und fl. 15.000 bei jüdischen Verleihern aufgenommen wurden. Die Gemeinden befanden sich in der allergrößten Verzweiflung, da sie von ihren Gläubigern fortwährend bedrängt wurden. Für ihre geliehenen Beträge mußten sie allein 45 Prozent an Zinsen zahlen. Sie versuchten, von selbst diese Summen aufzubringen und scheuten sogar nicht davor, in einer „Takanah" alle Einwohner Jerusalems, die kinderlos und wohlhabend waren, zu zwingen, ihr Vermögen einzig und allein der Allgemeinheit zu überlassen. Nun entschlossen sie sich, zwei Delegierte nach den europäischen Gemeinden zu entsenden, um hier größere Geldsammlungen durchzuführen. Mit dieser Mission wurden R. Eisik aus Luck, genannt Eisik Jeruschalmi4) und Moses aus Prag betraut. Diese Delegierten gingen vor allem nach Frankfurt a. M., dessen Jadengemeinde zu den größten zählte5). Frankfurt hatte auch eine

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