Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Inhalt
- Article
- Die Dämonisierung fremder Feiertage
- Date
- 1926-10-01
- Page
- Seite 582 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2912821-2912853-2912863-2912863-2918341--079-2918443- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
582 MENORAH das Gedächtnis der bei Marathon Gefallenen am 5. Boedromion, obwohl die Schlacht an diesem Tage überhaupt nicht stattgefunden hat, nur weil man am vorhergehenden Tage eine Totenfeier beging7). Merkwürdig ist, daß, obwohl dank der historischen Stilisierung, der 10. Ab der Unglückstag in beiden Fällen war, die Rabbinen als Fasttag nicht den 10., sondern den 9. Ab festsetzten. Rabbi Jochanan äußert darüber im Talmud seinen Unwillen, indem er erklärte, daß, wenn er zu jener Zeit gelebt hätte, er den Fasttag auf den 10. Ab fixiert hätte8). Das Motiv dieser Änderung ist unklar. Möglich, daß die Rücksicht auf die Priesterfamilie Snua ben Binjamin, die an dem 10. Ab ihr eigenes Klanfest abhielt9), für die Änderung des Datums maßgebend war. Es kann auch sein, daß die Wahl des 9. zum Fasttag seine Spitze gegen die römischen Nundincn kehrt. Eines Fasttages im fünften Monate gedenkt schon der Exilsprophet Secharia (8, 18), ohne genauere Angabe des Tages. ‘) Realenz. für prot. Theol. XXI, 414, 426. *) Jerem. 9, 2. a) Thaauith 38b. 4) Josephus, Bellum VI 2. *) Pessachim. 6) Jos. mb. 7) Thaanitb 26b. 8) Stengel, Die griechischen Kultusaltertümer. 8) Thaanith. 29 a. Bemerkungen zu den früheren „Mitteilungen zur jüdisclien Volkskunde“ Von Dr. M. Grunwald Jahrb. f. jüd. Volkskunde 1923 S. 265, Nr. 23 ähnlich bei Cahan, Jiddisch Folksongs. — Dass. Jahrb. 1924/25, S. 435. Der Name Popper dürfte von Boppard (vgl. Dietz’ Stammbuch) herzuleiten sein. — S. 447 vgl. „Der wunderbare Baumeister“ von Tauber in Frankls „Libanon“. — S. 462 Liberer ist (vgl. Menorah, Heft 6/7, IV. Jahrg.) wohl libitinarius, wie Tressler aus thesaurarius. — S. 464, Nr. 13 ist eine Fabel von Lafontaine. — S. 452, Nr. 66 vgl. Mitteilungen 36, S. 156. — S. 416, Note 2: der „Palas“ war für die Gäste bestimmt. „Bollete“ hat nichts mit „Billet“ zu tun, es ist pollicia, ital. polizze von pollex (Daumen), da dem, der das Stadttor passieren durfte, ein Zeichen auf den Daumen gedrückt wurde. — Die Bilder auf S. 502 in Heft 9, IV. Jahrg. der „Menorah“, sind unseren „Mitteilungen“ entnommen.