Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Inhalt
- Article
- Die Dämonisierung fremder Feiertage
- Date
- 1926-10-01
- Page
- Seite 581 (sequence 3)
- Language
- German
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DIE DÄMONISIERUNG FREMDER FEIERTAGE 581 Der 10. Ijar. Aus der Genesis geht hervor, daß dies der Beginn des großen Unglückes der Sintflut war. An diesem Tage bestieg Noah die Arche (7, 10, 11). Nach der Megillath Thaanith soll an diesem Tage gefastet werden, da an ihm der Hohepriester Eli, der Vorgänger des Propheten Samuel, infolge der Niederlage Israels und der Gefangennahme der Bundeslade gestorben ist. Der 10. Thammuz. Der Thammuzmonat war bei den Polytheisten Trauermonat infolge des Todes des Gottes der Flora, der Liebe. Es ist bemerkenswert, daß der Vortag der 10. Thammuz, der 9. des vierten Monates, an dem Jerusalem durch Nebukadnezar erobert wurde2), nicht als Fasttag eingesetzt wurde. Als solcher wurde von den Rabbinen mit Bezugnahme auf die Eroberung Jerusalems durch die Römer der 17. Thammuz statuiert3). Nach Josephus waren es die Opfer, die am 17. Panemos eingestellt wurden4). Bis zum 16. Thammuz vom Monatsbeginn an war vermutlich dämonische Zeit5). Daher konnte ein gottgewolltes kultisches Fasten erst am 17. stattfinden. Der 10. A b. Am Assor des fünften Monates kamen die Ältesten Israels zu Ezechiel, um Gott zu befragen, und bekamen sie von ihm eine sehr scharfe Androhung von Heimsuchungen zu hören (20, 1). An einem Assor desselben Monates verbrannte der Oberste der Leibwache des Königs Nebukadnezar den Tempel Gottes zu Jerusalem nach dem Bericht des Buches Jeremia (52, 12), während das Buch der Könige (25, 8) die Verbrennung des Tempels am 7. dieses Monates erfolgen läßt. Die Rabbinen setzten den Gedenktag sowohl der Verbrennung des ersten als auch der des zweiten Tempels auf den 10. Ab fest6). Josephus betont, daß an demselben Tage, an dem der erste Tempel zugrunde ging, auch der Untergang des zweiten Tempels erfolgte, so Bellum Jud. (6, 5), während wir in den Antiquitates lesen, daß der Tempel am 1. des fünften Monates in Brand gesteckt wurde (10, 8). Es ist anzunehmen, daß in beiden Fällen die Verbrennung des Tempels, die verschieden datiert wird, aus kultisch-technischen Gründen auf den 10. Ab verlegt wurde. Die Geschichte kennt noch andere Fälle von kultisch-technischer Verschiebung historischer Daten. Die Griechen feierten zum Beispiel