Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Inhalt
- Article
- Schnorrer
- Date
- 1926-10-01
- Page
- Seite 577 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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577 Nach der Natur in Leipzig aufgenommen von G. Sündblach (zirka 1875) Polnische Schnorrer' Benschen, bis man zu Minche in Schul ging, gut auszufüllen. Am Sonntag ging aber unser Reb Mordche mit Reb Moschiach zu den Bessersituierten des Städtchens, und wo sie vorsprachen, gab es eine verhältnismäßig ansehnliche Nedowe. Ein Orech11) anderer Art war Reb Seligche. Seiner eigenen Angabe nach war er seines Zeichens Schadchen. Mag nun das Walten einesSchadchens, wie — lehawdel — das seinem Metier verwandte der Vorsehung ein besonders geheimnisvolles sein oder mögen andere Gründe Vorgelegen haben, — nie habe ich von einem Schidduch gehört, den Reb Seligche zustande gebracht hätte. Dafür aber war dieser Mann eine Auskunftei ohnegleichen, sein Gehirn eine Registratur für sämtliche jüdischen Familienverhältnisse weit und breit. Er kannte jede Familie, ja fast jedes Familienmitglied an der ganzen deutsch-polnischen Grenze. Genau Bescheid wußte er über die Vermögens Verhältnisse aller Juden in den vielen Städten und Städtchen von Memel bis Kempen, vielleicht auch bis Breslau. Und immer war seine Auskunft erschöpfend und zutreffend. Von ihm hörte ich den Ausspruch: ,Schmadt sich der Chossen, schmadt sich die Kalle, as ich nor krieg man Geld.“ Ein andermal äußerte er sich günstiger über seinen Beruf, er sagte: ,,Der Ojberschte