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Menorah · 1926-09-01 · Heft 9 (September 1926) · p. Seite 511

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 9 (September 1926)
Article
Festtage
Date
1926-09-01
Page
Seite 511 (sequence 8)
Language
German
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FESTTAGE 511 und dann kam der Heilige, gelobt sei er, und tötete den Todesengel, „der getütet den Schlächter, der geschlachtet den Ochsen, der getrunken das Wasser, das gelöscht das Feuer, das verbrannt den Stock, der erschlagen den Hund, der zerrissen die Katze, die gefressen das Lämmlein, das sich kaufte der Vater mein, um zwei Suse, ein Lämmlein, ein Lämmlein/4 Das arme Lämmchen — ich sah es immer deutlich vor mir, es sah gerade so aus wie das Lämmchen, das ich im vorigen Jahre großgezogen hatte, weiß mit einem schwarzen Fleck auf der Stirn, und da lag es blutend, zerrissen am Boden. Nur die beiden dauerten mich in der ganzen tieftragischen Geschichte, das Lämmchen und der Todesengel. Daß auch ein Engel etwas Unrechtes tun könnte und sterben müsse, das wollte mir nicht in den Sinn. Die Geschichte machte mir viel Beschwerden und Unruhe. Es hieß zwar in der Erklärung kurz und bündig, in dieser Geschichte offenbare sich Gottes Gerechtigkeit, die nichts unbestraft lasse; ich glaubte das auch, aber ich fragte doch immer wieder: Und warum muß ein Engel sterben, warum das arme Lämmlein, das sich kaufte der Vater mein, um zwei Suse, ein Lämmlein, ein Lämmlein? Aus dem Romane: Aus zwei Quellen. Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart Bild aus dem Ghetto Nun ist der erste Stern erwacht, Und segnend läßt Je .. .as Hand Tiefblaue Schleier sanft und sacht Hinwallen übers Sommerland. Die Spatzen fielen in Verstecke, Die Wipfel rühren sich nicht mehr. Und hinter dunkler Dornenhecke Stellt sein Gemurmel ein das Wehr. Die Stille schleicht von Flur und Quelle Traumleise in die kleine Stadt Und tritt ins Haus, wo Kerzenhelle Ein Mütterchen entzündet hat. Es faltet seine schmalen Hände Und segnet frommverklärt den Schein, Es schließen die vier kahlen Wände Ein Reich von Ruh und Reinheit ein. Für Stefan Zweig Marek Scherlag

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