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Menorah · 1926-08-01 · Heft 8 (August 1926) · p. Seite 477

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 8 (August 1926)
Article
Simon Dubnow: Weltgeschichte [...] [Rezension]
Date
1926-08-01
Page
Seite 477 (sequence 3)
Language
German
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BIBLIOGRAPHIE 477 über Fragen clor Chronologie der allen Zeil, über die Resultate der Bibelkritik, über Epigraphik usw. Die Darstellung und die Ausdrucksweise ist in der — im allgemeinen — vorzüglichen Übersetzung von Dr. S l e i nberg so leichtfaßlich gehalten, daß dieses Geschichlswerk in der Tal zum z w eile n jüdischen Buche werden kann. Der Laie liest jedes Kapitel dieser Weltgeschichte des jüdischen Volkes mit großer Spannung und der Fachmann vermißt das wissenschaftliche Rüstzeug nicht. Die bereits erwähnten Noten im Anhange eines jeden Bandes luden dem letzteren eine willkommene Ergänzung. Das in Rede stehende Geschichlswerk ist derzeit das jüdische Geschichtsbuch großen Stils, ein Slandard-Work auf der Höhe seiner Zeil. Selbst Professor Ellbogen, der gegen die zu starke Betonung des soziologischen Standpunktes in Dubnows Geschichte Stellung nimmt (s. „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums", Frankfurt, Nr. 5/6), erklärt, daß die Geschichte von Graelz „wissenschaftlich überholt und vermittels der bis jetzt üblichen Arbeit der Verbesserung nicht mehr brauchbar ist". Ist nun einmal — und dies soll lediglich im Sinne der Anerkennung des Fortschrilles in der jüdischen Historiographie verstanden werden — die Autorität von Graelz' Geschichte erschüttert und das scheint bereits teilweise der Fall zu sein, so kommen die anderen Ge.schichlswerke, wie die von Renan, Wellhausen, Schürer oder Eduard Meyer, abgesehen davon, (luß sie nur Teilgebiete oder gewisse Epochen behandeln, schon gar nicht in Betracht. Dubnows Geschichtswerk, das in seinen ersten drei Bänden — das Gesamtwerte ist auf zehn Bände berechnet — die Periode von der ältesten Zeit bis ins 11. Jahrhundert der gewöhnlichen Zeitrechnung umfaßt — wenn man von jenen drei Bänden der „Neuesten Geschichte des jüdischen Volkes" absiehl, die H>23 erschienen sind — basiert auf den letzten Forschungsergebnissen und berücksichtigt die „liefgreifende Umwälzung im nationalen Bewußtsein, die unser Zeilaller kennzeichnet". Über den Entwicklungsprozeß in der jüdischen Geschichte herrschen auch heule noch in gewissen Kreisen überaus irrige Ansichten, welche zu falschen Schlußfolgerungen führen. Mangelhalte Kenntnis und Erkenntnis der Geschichle trägt wobt die Hauptschuld an dem vielen l'nheil, das die Menschheit selbst über sich bringt. Es verlohnt sich bei dieser Gelegenheit noch darauf hinzuweisen, zu welch sonderbaren Ansichten Historiker gelangt sind, die bei der Betrachtung der jüdischen Geschichle den national-soziologischen Standpunkt außer acht gelassen haben. So kommt Schürer zum Schluß, daß „das Leben der Juden u nt e r d e m G e setze eine stete Qual, also ein Widersinn gewesen sei; M o m m s e n sieht in der heldenmütigen Erhebung Judäas unter Nero eine sinnlose Meuterei gegen die römische Macht; R e n a n beurteilt den Freiheitskrieg der Hasmonäer als eine Rebellion von Fanatikern und die griechisch-römischen Reformen des Merodes als ein erstrebenswertes Ideal". (Siehe Dubnow, Band II, Seile 569/70.) Die soziologische Auffassung hingegen erklärt alle Talsachen der jüdischen Geschichte in einfacher und natürlicher Weise. Der praktische Wert von Dubnows Geschichlswerk zunächst für unsere Zeit liegt — so scheint uns — auch darin, daß es geeignet ist, Aufklärung über die jüdische Gemeinschaft in die weitesten Kreise zu tragen und sie zu einer richtigen Einstellung dem Judenlume gegenüber zu führen. Dr. Hermann Glaser. DER HUNDERTJÄHRIGE KAMPF EM DIE JUDENEMANZIPATION IN RUMÄNIEN (1825- 1925). Von Dr. Manfred Reifer. (Separalahclruck aus der „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums", Breslau.) Wenn auch die Geschichle der Juden in den verschiedenen Ländern Europas durch Jahrhunderte dasselbe Bild zeigt, so hat doch fast nirgends die Judenschaft einen so schweren Kampf um ihre f o r m a 1 e Emanzipation

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