Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 8 (August 1926)
- Article
- Bathseba
- Date
- 1926-08-01
- Page
- Seite 448 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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448 MENORAH Ich möchte Nathans Worte auslöschen können, er riß mir jedes einzeln aus der Brust... Er sprach von einem Armen, „der nur ein Lamm besaß, das zog er auf, das wurde groß, das schlief auf seiner Brust, das hatt' er lieb." — Genug davon, ich weiß : Bathseba ist es. Schweig! Doch Nathan setzte fort: „Ein Reicher wohnte neben jenem armen Mann, mit reichem Hab und Gut, zahllosem Vieh. Ein Wanderer kam zu ihm.. Ja, ja, ich weiß: so kam mir mein Begehren! „Der Reiche aber, mit dem vielen Gut. .All mein Besitz war mir nichts mehr! „ . . . verschloß sein Auge vor dem eigenen Gut und ging zu jenes Armen Habe..." Gerade danach stand des Wandrers Sinn! Nur das könnt' seinen Hunger stillen, sag' ich dir. Umsonst, ich bring' ihn nicht zum Schweigen. Als wäre e r der König im Palast, so fährt er fort: „. .. und nahm das Lamm, des Armen einz'ges Gut." Genug, Nathan, genug! Der Reiche hat den Tod verdient. — Doch jener rastlose Wanderer, mein schweifendes Begehren verlangte nicht danach! Schau nur, ich gab Bathseba ihm zurück. Sie war nur schön im Schatten ihres Gartens. Ich sehnte mich nach des Urias' schlichtem, stillem Frieden. Ich will's bereuen, büßen, aber was? Als ich Verlangen trug, da stand Bathseba mir, vor meinen Augen, doch jetzt... Joab, bist du's? fJoab tritt ein, bleibt ganz gerade im Schatten an der Türe stehen, ohne zu sprechen.) David: Ja, endlich bist du es! Wie auf den Morgen warte ich auf dich. Du kommst von Rabba? Kam Urias mit dir? Habt ihr die Stadt genommen? Nein, das hättest du mir ungefragt gesagt. Hast du meine Befehle alle ausgeführt? Ich weiß nicht mehr genau, wie sie waren. Befahl ich nicht...? Der Chetiter kämpfte ganz vorn, bei den Tapfersten, nicht wahr? Du schweigst...? Du befahlst ihm, ganz dicht bis an der Feinde Mauer vorzudringen ...zu nahe selbst ... dann wichet ihr . . . und ließet ihn zurück , . .? Nein, schweig!! Das dürfte Gott nicht hören, ich selbst darf das nicht wissen, aus Furcht, daß ich es nie vergessen könnte ... Nein, sag' mir doch, er schläft in seinem Garten, in seiner Laube mit der süßen Rebe ...! (Sacht dämmert der Morgen. Schwaches Licht fällt auf Joab. Hinter ihm sieht man ein Weib im Trauerschleier.) David: Wer steht dort hinter dir im Dunkel?! In Trauer . . .? Bathseba?! Geh, führ sie fort! Ich sagte dir: ich will sie nicht mehr sehn...! Ich... hasse sie! (V o r h a n g.) ENDE.