Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 8 (August 1926)
- Article
- Anteil der Juden an den geographischen Entdeckungen
- Date
- 1926-08-01
- Page
- Seite 442 (sequence 16)
- Language
- German
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442 MENORAH Holz oder Rinde geschriebenen Dokumenten, die Stein von seiner Reise nach Hause brachte, finden sich solche wahrscheinlich älteren Datums, als irgend welche, die uns anderswo im Original erhalten sind. Ihre große Zahl erklärt sich daraus, daß Stein nicht nur Schutthaufen bei den Ruinenstätten ausbeutete, die weggeworfene Materialien aller Art, Kleiderreste, Werkzeuge nebst „Papierkorbresten" enthielten, sondern an einigen Stellen geradezu ganze alte Archive in den Ruinen entdeckte. Die Holztäfeichen trugen, obwohl sie zum Teil bereits 2000 Jahre alt sind, noch unverletzt die Tonsiegel, mit denen die Bänder gesiegelt waren, die schützende Holzdeckel auf den Schrifttäfelchen festhielten. Geradezu wunderbar ist der Erhaltungszustand dieser Erzeugnisse eines uralten Kulturlebens. Die Expedition Steins war oft für die ganze Zeit der Ausgrabung einer verschütteten Siedlung auf Wasser angewiesen, das Hunderte von Kilometern weit mitgenommen werden mußte. Als aber jene alten Siedlungen noch blühten, muß Wasser in der Nähe gewesen sein; denn ohne Wasser kein Leben. Der Historiker, der Sprachforscher, der Geograph, der Klimatolog, sie alle nehmen lebhaften Anteil an dem überreichen Material, das Stein so umsichtig gesammelt hat. Im Dezember 1925 ist in Paris an einem Herzmuskelrheumatismus der jüdische, aus Polen stammende Maler Eugen Zak gestorben. Er war einer der letzten klassizistischen Romantiker, einer der heute selten gewordenen Künstler der Farbe. Auf leichtgetönten Hintergründen von pastellartiger Sanftheit, auf einem muschelfarbenen Himmel oder auch in einem gewöhnlichen Zimmer konnte er menschliche Gestalten zum Leben erwecken, die von feenhafter Zartheit waren. Er scheint, außer seiner Phantasie, nie ein Motiv gehabt zu haben: seine Modelle müssen die Grazien selbst gewesen sein, so zärtlich und zart sind die Bewegungen, die er ihnen gegeben hat. Diese Zartheit hatte nichts Morbides, nichts Krankhaftes an sich: sie war der Stil dieses Malers, der Ausdruck seiner feinen Darstellungskraft. Er ist auf dem Montmartre-Friedhof bestattet worden. Dreihundert Personen haben ihn auf dem letzten Wege begleitet. Er ist tot, aber vieles von seinem Werk wird leben. _ , _ VON UNSEREN KÜNSTLERN: Eugen Zak