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Menorah · 1926-08-01 · Heft 8 (August 1926) · p. Seite 425

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 8 (August 1926)
Article
Richard Beer-Hofmann
Date
1926-08-01
Page
Seite 425 (sequence 2)
Language
German
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DIE SEPHARDISCHE GEMEINDE IM HAAG 425 Gotles Gericht, sie selbst bestimmend, von seiner Macht zu zeugen, ein Volk von Erlösern, zu Dornen gesalbt und auserwählt zu Leiden. Und langsam ihren Gott von Opfern und Räucherungen lösend, hoben sie ihn hoch über ihre Häupter, bis er, kein Kampfesgott von Hirten mehr — ein Wahrer allen Rechtes — über vergängliche Sonnen und Welten unsichtbar, Allem leuchtend, stand. Und von ihrem Blute war auch er." Vielleicht kann nur ein reines Verständnis des Sonderschicksales der Juden manche Züge der Beer-Hofmannschen Dichtung uns völlig erlassen lassen. REKTOR PROFESSOR DR. ADOLF SCHWARZ Anläßlich seines 80. Geburtstages, 15. Juli 192(5 Von Prof. Dr. Samuel K r a u s s, Wien Mehr als 50 Jahre wirkt S c h w a r z im öffentlichen Dienste des Judentums, erst im Rabbinate, dann im Lehramle, und zwar seit 1893 in Wien, wo er der Israelitischen Theologischen Lehranstalt seil ihrer Begründung vorsteht und heute noch, genau so wie vor 33 Jahren, Talmud, Decisoren und Homiletik lehrt. Ein rechter Mann am rechten Platze, ist die Anstalt das geworden, was Schwarz aus ihr gemacht hat; mit ihm ist die Anstalt geworden, durch ihn hat sie segensreich gewirkt. Noch steht der achlzigjährige Mann in voller Schaffenskraft da: er lernt und lehrt, liest und schreibt, verfolgt alle Zeitereignisse mit dem größten Interesse, nicht nach Art eines alten Mannes, der für die Dinge der neueren Zeit sonst kein Verständnis und höchstens Kritik und Tadel übrig hat, sondern mit wohlwollendem Verstehen und zum eifrigen Mittun bereit. Gott möge dem vortrefflichen Manne noch einen langen glücklichen Lebensabend bescheren! Von den Ehrungen, die Sch w a r z an seinem Freudentage bereitet wurden, wie auch von der literarischen Festgabe seiner Schüler, sprechen wir an anderer Stelle. DIE SEPHARDISCHE GEMEINDE IM HAAG Von D. S. van Z u i d e n Unter den ältesten sephardischen Gemeinden in Westeuropa darf die kleine Kehilla im Haag, die ungefähr 250 Jahre besteht, mit Ehren genannt werden. Und es ist Anlaß vorhanden, diese alte portugiesische Judengemeinde, die sich in dem anmutigen Haag, dem Wohnort und der Residenz der einander folgenden Regierungen der Niederlande angesiedelt, zu besprechen, da sie am Sabbat Nachamu des Tages eingedenk zu sein hofft, an welchem sie vor 200 Jahren ihre besonders schöne Synagoge mit viel Glanz und Festlichkeiten eingeweiht hat. Bereits um 1670 hatten sich im Haag, der durch seine Lage am Wald und Strand immer ein Lustort für den begüterten Stand gewesen ist, einige wohlhabende, portugiesisch-jüdische Familien niedergelassen, abkünftig aus dem regsamen Amsterdam, woselbst sie Handel im großen gelrieben hatten. Im reichsten Haager Quartier erwarben sie Wohnhäuser, die eher Paläste genannt werden dürfen, und führten einen Aufwand, der mit einer Hofhaltung verglichen werden könnte. Wir nennen von diesen Familien nur die Lopes Suasso, Teixeira de Mattos, de Pinto, Machado, Henriques en Lopes de Lis, welch letzterer sogar eine vollständige Oper in seinem Hause einrichten und daselbst große Sänger und Sängerinnen auftreten ließ, deren Vorstellungen die Elite vom Haag besucht hat. Aus der Familie Pereira verdient auch Jakob Pereira genannt zu werden, welcher im Jahre 1707 neben seiner großen Wohnung eine Synagoge, genannt Beth Jacob, erbaute und der Gemeinde zur Verfügung stellte. Außer dieser Synagoge bestand schon eine andere im Besitz der Gemeinde, genannt Honen Dal, und diese Hauptgemeinde war es, welche im Jahre 1724 den bekannten Architekten Daniel Marot beauftragte, für ein Grundstück an der Stadtgrenze eine Synagoge

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