Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1926)
- Article
- Der Traumsiedler
- Date
- 1926-06-01
- Page
- Seite 409 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Von ILLES KACZER Aus dem Ungarischen übersetzt von Andreas Gasper und Hermann Glaser Copyright 1925 by Illes Kaczer, Bratislava — Nachdruck verboten m~{ s war schade, Beracha auf den Reis aufmerksam zu machen; jelzt -■ * streitet sie immerfort mit mir. warum ich so trotzig bin: Was nicht gellt, geht nicht. Je früher man das einsieht, um so besser. ..Nimm den Spaten und die Egge, glätte das Feld und säe Sesam oder Mais. Da hast du etwas noch heuer/" „Das verstehst du nicht/4 sage ich ihr, „bleibe du nur beim Gemüsegarten und bei den kleinen Enten." „Was heißt das, ich versiehe es nicht?" sagt sie beleidigt. ..Du verstehst es etwa besser? Gleich werden alle anderen ernten und du brütest noch immer über deinen Reis." „Wenn andere ernten, ernte ich auch." „Ja, die Gerste. Aber den Reis!" „Der Reis reift später." „Du weißt es?" „Ich weiß es." Indes, das weiß ich gar nicht. Aber ich bin ungehalten über meine Frau, daß sie Zweifel in mir aufsteigen und wachsen läßt. Jelzt aber justament! — sage ich mir — werde ich es nicht aufgeben. Wenn ich die Gerste betrachte, dann ist der Reis unbedeutend. Aber wenn ich die Gerste nicht sehe, ist er es nicht. Doch kann ich die Gerste nicht sehen? Die Gerste strotzt von Leben, noch ein. zwei Wochen und ich kann sie mit der Sense bearbeiten; aber der Reis ist ein totes Kind, er kann sich nicht erholen. Und ich werde ihn doch nicht zerstampfen! Nein. Ich werde ihm beistehen, wie Iljitschka seinen Patienten. Ich (7. Fortsetzung.) 11. KATASTROPHE Tel-Chalom, Nacht der Gesichte.