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Menorah · 1926-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1926) · p. Seite 402

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1926)
Article
Palästina
Date
1926-06-01
Page
Seite 402 (sequence 9)
Language
German
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402 MENORAH Grundlage. Immer neue Mensehen kommen ins Land, Menschen verschiedenster Herkunft. Die erwachsene Generation zusammenzuschweißen, wird kaum gelingen. In den Kindern und Enkeln wird die jüdische Volkseinheit in Palästina erwachsen. Daher die große Bewertung der Erziehungsarbeit, daher die unermüdliche Arbeit an den Kindern von den Kindergärten an, in denen das System des „Lernens" durch eine Arbeits- und Spielerziehung ersetzt wurde, über Volksschule, Mittelschule und Technikum bis zur Universität, deren Grundlagen kürzlich geschaffen wurden. In allen Schulen werden mehr und mehr die modernsten Erziehungsprinzipien eingeführt. Arbeitsschule ist die Aufgabe: Gartenarbeit, hauswirtschaftliche Arbeit für die Mädchen, handwerkliche Arbeit für die Knaben. Neue Wege schlägt auch die Waisenerziehung ein. Graue Einförmigkeit der Kleidung und der Lebensweise in kasernenhaften Steinkästen kennzeichnen den Typ der früheren Waisenhäuser. In Palästina hat man erkannt, daß das Waisenkind mehr noch wie das von den Eltern umhegte, Licht und Sonne und Freude braucht. Waisenkinder aus der Ukraine, Waisenkinder aus dem Lande selbst, wTurden hinausgebracht aufs Land. In Kinderdörfern (Chefeye und Balfouria) werden sie erzogen. Ihre Lebensregeln geben sie sich selbst. Ihre Lehrer sind ihre Freunde. Täglich werden einige Stunden in Haus und Landwirtschaft, einige Stunden im Unterricht verbracht. Berufe lernen die Kinder, die sie zu nützlichen Gliedern der Gemeinschaft machen sollen, zu Gliedern einer Gemeinschaft, die sie lieben lernen zum Dank für die Liebe, die ihnen entgegengebracht wird. Über der körperlichen Pflege und der geistigen Schulung der Jugend wird ihre körperliche Ertüchtigung nicht vernachlässigt. Turnen und Sport spielen eine große Rolle im Schulplan. Außerhalb der Schulen sorgt eine starke Sportbewegung, die dem Makkabi-Weltverbande angeschlossen ist, für eine sportliche Betätigung. Eine große Zahl blühender Vereine in Stadt und Land gehört ihr an. Nur wenige Probleme aus dem heiß pulsierenden, auf dem engen Raum des jüdischen Bodens komprimierten Leben in Palästina, die in nahem Zusammenhang mit der Ausstellung der „Hygiene der Juden" stehen, sollten hier gestreift werden. Aus ihnen geht aber schon mit entschiedener Deutlichkeit hervor, daß in Palästina ein großzügiger, zielbewußter Versuch der Selbstregeneraiion des jüdischen Volkes vor sich geht, daß in Nöten und Kämpfen, in Foiischritlen und Rückschlägen, doch unbeirrbar die Erneuerung des jüdischen Menschen auf alter geheiligter Erde sich zeigt.

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