Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1926)
- Article
- Leibesübungen bei den Juden
- Date
- 1926-06-01
- Page
- Seite 393 (sequence 16)
- Language
- German
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LEIBESÜBUNGEN BEI DEN JUDEN 393 Schüler der hebräischen Realschule in Haifa beim Turnen in irgend einer Form beireibt. Nicht alle diese Gruppen und Vereine sind im Makkabi-Weltverband zusammengeschlossen. So existieren allein in Deutschland noch mehr als 240 Vereine und Gruppen mit schätzungsweise 10.000 Mitgliedern, die im „Reichsbund jüdischer Frontsoldaten" oder in der „Vintus" vereinigt sind. Kaum eine Form der Gymnastik, die von den Juden nicht beirieben wird. Die beliebtesten Formen aber sind: Turnen, Leichtathletik, Touristik, Radfahren, Schwimmen, Rudern, Boxen, Fechten, Fußball, Hockey usw. Ja, man hat heute Mühe, viele Juden vor dem „Zuviel" des Sportes, welches immer Entartungen mit sich führt, zurückzuhalten. Die Zahl der „Sportfexen" mehrt sich leider auch unter den Juden, das sind Leute, die nur den Sport und nichts als diesen im Sinne haben. Solcher Leute wegen erinnern wir uns an die obige Talmudstelle: ,rmrn ]» fStsm nnt^n nran fpnt^r p>w v.t:, ist Tur Simon, eine Stadt in Palästina, untergegangen. Aus dem bisher Beschriebenen, aus dem raschen Aufblühen der Leibesübungen bei den Juden und vor allem aus den bereits erzielten Erfolgen der Umbildung des jüdischen Körpers vom Krüppel zum aufrechten, lebensstrotzenden jugendlichen Menschen muß man rückschließend behaupten, daß die Leibesübungen bei den Juden in ihrer Freiheit stets beliebt und geübt waren, daß die früheren Juden ein gesunder und kräftiger Menschenschlag waren und daß dieser gesunde Kern, im Samen schlummernd, noch erhalten blieb und eben nur des auslösenden Momentes, der Wiederbetreibung der Leibesübungen bedurfte, um aus ihm wieder einen schönen, wohlgestalteten und würdigen Menschen zu machen.