Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1926)
- Article
- Zu unseren Bildern
- Date
- 1926-06-01
- Page
- Seite 365 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ZU UNSEREN BILDERN 365 pegaim" (Ps. 91) den Leichnam umschreiten. Bei der Beerdigung soll man, dem Zahlenwerte der Namen des Verstorbenen und seiner Eltern Biah (Tochter des R. Isak Austerlitz) und Jona Grossmann entsprechend, Geld, insgesamt 20 FL, verteilen, ihm keinen Nachruf halten, noch ihn in irgend einem anderen erwähnen. Aus seinem Bücherschranke ist der Sarg herzustellen, das untere Brett stark zu durchlöchern, am besten ganz wegzulassen. Von jedem seiner Werke ist ihm je ein Exemplar beizulegen. Der Grabstein soll ganz einfach sein, die Inschrift gibt er selbst an. Sein Bruder Leb möge darauf achten, daß kein Fehler sich einschleiche. Auf dem Grabsteine seiner Frau soll nichts von ihm erwähnt werden. 600 Fl. werden der Chewra Kaddischa gewidmet, die dafür die Grabsteine seiner Familie von zehn zu zehn Jahren, vom Todestage an, frisch aufzustellen übernimmt. Am Jahrzeitstage sind die Inschriften aufzufrischen. Beim Aufstellen neuer Steine sollen zehn Männer beten, von denen jeder 10 Fl. erhält, und wofür besondere 200 Fl. hinterlassen werden. Die beiden Oberschammasehim erhallen außerdem bei jeder Aufstellung 25 Fl. Seine Kinder sollen an der Jahrzeit nicht fasten, sein ältester Sohn Jakob soll im ersten Jahre jeden Ereb RCh. an die Armen Geld verteilen und hiebei ausdrücklich bemerken: „Dies gebe ich für das Seelenheil meines Vaters". „Ich verzichte auf das ganze Abelut2) meiner Kinder" (vgl. Schach zu Jore dea 364, 9). Der Bruder Leb erhält aus dem Nachlaß die Mikraot gedolot, der andere Bezalel die Mischnajot, sonst soll die Bücherei nicht verkauft, sondern so wie sie ist, belassen werden. Zum Schlüsse entschuldigt er sich, daß er diese Bestimmungen nicht hebräisch verfaßt habe; erstens sei es nicht möglich, sich im Hebräischen so klar und bestimmt auszudrücken, und zweitens solle man sich nicht der heiligen Sprache für profane Dinge bedienen. Untcrschr.: Eleasar Flekeles, Mosche Jerusalem, Schalom Zoref (Goldschmied). Im Anschlüsse hieran bieten wir hier eine aus Amsterdam stammende Darstellung eines rituellen Bades (Mikwe) (Seite 369), wie es sich aus dem Mittelalter noch in Andernach, Friedberg, OfTenburg, Worms und Speier erhalten hat. Der Besitz eines Gemeindebades, oft zu einer Zeit, in der ein solches der Umgebung noch unbekannt war, sowie die religiöse Verpflichtung es regelmäßig zu benützen, war bei den elenden Wohnungsbedingungen im Ghetto von um so höherer hygienischer Bedeutung. a) Trauer.