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Menorah · 1926-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1926) · p. Seite 362

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1926)
Article
Jüdische Eigenart und moderne Biologie
Date
1926-06-01
Page
Seite 362 (sequence 2)
Language
German
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362 MENORAH Welt selten zu den Trinkern gehören und daß daher auch die Folgen des Mißbrauchs sich bei ihnen wohl kaum bemerkbar machen, ist unumstritten. Es wäre eine Aufgabe einmal diesem „Warum" nachzugehen. So sehen wir bei den Krankheiten der Juden Problem über Problem. Vieles wird durch den Nachweis der Ungleichheit der Lebensbedingungen aufgehellt. Durch die genaue Durchforschung von Familien wird es möglich sein, vererbungswissenschaftliche Unterlagen zu erhalten. Die aufblühende Familienforschung nach biologischen Grundsätzen wird zur Klärung wesentlich beitragen können. Wir mußten an vielen Punkten dieser Betrachtungen auf halbem Wege stehenbleiben, an der Grenze nämlich vom rein Körperlichen zum Psychischen und Soziologischen1). Die Bearbeitung des Materials hat bereits nach kritischen Gesichtspunkten zu erfolgen, noch mehr die Auswertung. Man muß sich über die Grenzen des Möglichen klar sein. Wo eine Morbiditätsstatistik nicht existiert, und sie existiert fast nirgends, kann von einer vergleichenden Krankheitsstatistik natürlich nicht die Rede sein. Wir werden uns lediglich darauf beschränken müssen, festzustellen. Wir wissen: die Juden trinken wenig Alkohol, sie passen sich allen Klimaten an, einige Krankheiten treten bei ihnen stärker, andere weniger in Erscheinung, die Familie nimmt eine dominierende Stellung in ihrem Leben ein. Die Frage, warum dem so ist, weist hinüber auf das Gebiet der Charakterologie als einer Funktion der seelischen Anlage und Verfassung. Ob wir diese jüdische Eigenart dem Begriff „Rasse" unterordnen wollen oder irgend einer Unbekannten kann an dieser Stelle nicht entschieden werden. l) Zum eingehenden Studium dieser Fragren. sei auf dar» Sammelwerk des Verfassers hingewiesen: ,,Die Juden". Mensch und Gesellschaft, dessen I. Band „Biologie und Pathologie der Juden", herausgegeben mit zahlreichen Gelehrten im ,,Drei Maskenverlag, München" sich in Druck "befindet. Der II. Band „Religion, Psychologie und Soziologie" wird später erscheinen. Kindheit Ich habe nie mein Auge den Gräsern geschenkt, Sah nie, wie die Spitzen sich neigten im Winde, Ehe der Sichel hastiger Mord sie gesprengt. Nie rührte mein Finger an Erde und Rinde; Denn der Sommer war nur ein eilendes Hirtenlied, Man sang es vor Zeiten dem lauschenden Kinde. Und Sehnen war an der ängstlichen Stirne erwacht, Der Traum so geweitet und lud zu goldenem Spiele, Und trieb in den Schlaf einer heißen, starrenden Nacht. Manfred Sturman

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