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Menorah · 1926-05-01 · Heft 5 (Mai 1926) · p. Seite 295

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 5 (Mai 1926)
Article
Siegfried Laboschin
Date
1926-05-01
Page
Seite 295 (sequence 2)
Language
German
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ISIDOR ASCHHEIM 295 Aber der große Wurf gelang ihm mit seinem ,,betenden Juden", jenem ergreifenden Bilde des vertriebenen, in einem fremden Bauemhof seine Morgenandacht verrichtenden Gläubigen. Laboschin vermeidet es, hier den leidenden, abgehärmten Ghettobewohner darzustellen, wie dies junge jüdische Künstler so gerne tuen, hiebei Sujets wählend, deren Häßlichkeit mitunter abstoßend wirkt. Er wählt die Gestalt des ehrwürdigen Frommen, eines Typus, der hier im Bilde ebenso achtunggebietend wirkt, wie an seiner verlorenen Heimatscholle. Die durch Schicksal und Umgebung unbeeinflußte tiefe Andacht des Betenden ist von ergreifendem Stimmungswert. Laboschin zeigt an der beigefügten Abbildung ein Ölbild des Beters, hier ohne die Umgebung des Bauernhofes, darum zentraler, ungestörter wirkend und den Stimmungsgehalt erhöhend. Schon früher einmal — anläßlich seines fünfzigsten Geburtstages — wurde Laboschin in einer jüdischen Kunstzeitschrift („Ost und West", Heft 7/1918) eingehend gewürdigt. Dieses der jüdischen Kultur Schlesiens gewidmete Heft wäre unvollständig, wenn das Wirken dieses Künstlers nicht wiederum hervorgehoben worden wäre. Was er seither geleistet, für die Kunst der schlesischen Provinz und für Wertung der jüdischen Kunst überhaupt, sollen die beigegebenen Abbildungen besser erläutern als es diese Zeilen können. Alfred Grotte. ISIDOR ASCHHEIM Isidor Aschheim ist am 14. Oktober 1891 geboren. Ihn hat die Breslauer Akademie erzogen. Pautsch, und vor allem Otto Müller, einer unserer besten schlesischen Maler, waren seine Lehrer. Bei Aschheim ist das starke Landschaftsgefühl an erster Stelle zu nennen. Er malt keine friedliche Gegend; in der Abkehr von allem Idyllischen begegnet er sich w7ohl mit den meisten jüdischen Künstlern. Wogendes Wasser, auflodernde Bäume, dunkle Wolken, durchbrechende Glut der Abendröte: das sind die Elemente, aus denen er ein fast dramatisches Naturgeschehen gestaltet (s. Abb.). Seine hier noch abgebildeten Judenköpfe haben, wie Aschheims Kunst überhaupt, etwas Drückendes. Der Künstler ist noch auf dem Wege zu sich selbst, und ein starkes, aber verhaltenes Temperament erschwert es ihm, den Weg allzu rasch zu durchschreiten. Doch zweifle ich nicht, daß er seine Leistungen immer höher hinaufschrauben wird; ein starkes Talent ist ihm gegeben. Franz Landsberger.

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