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Menorah · 1926-05-01 · Heft 5 (Mai 1926) · p. Seite 292

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 5 (Mai 1926)
Article
Der Ger Zedek Josef aus Nicolai
Date
1926-05-01
Page
Seite 292 (sequence 3)
Language
German
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292 MENORAH Ein Zeit- und Stadtgenosse Steblitzkis, Leibel Schindler, erzählt in einer hauschronikalen Notiz, bei einem Brande, der Sorau völlig einäscherte, sei das Haus, in dem Steblitzki wohnte, als einziges unversehrt geblieben. Am 16. Mai 1807 verstarb Josef Abraham und wurde in Nicolai begraben. Die Inschrift seines Grabsteines lautet: „Hier ruht der Ger Zedek Josef, ein Sohn unseres Erzvaters Abraham; zum Segen das Andenken des Gerechten, der Leib und Seele eingesetzt, um unter den Flügeln der Schechinah sich zu bergen, und den Namen des Herrn geheiligt hat, um für ihn im Kampfe zu streiten, unser Gesetz zu festigen und unseren Glauben. Er starb am 8. Jjar 5557. Seine Seele sei verbunden dem Bunde des Lebens!" Die „Schlesischen Provinzialblätter'*, ein christliches Blatt, schrieben in einem Nachruf nach Steblitzki: „Ihn beweinten und betrauerten sehr viele Menschen, denen er durch seine Ehrlichkeit und sein stilles, reines Leben lieb war. . . auch nachdem er beschlossen hatte, den jüdischen Glauben anzunehmen... Er hat ins Grab den Namen eines guten Menschen mitgenommen.44 Die Juden von Sorau ehrten das Andenken des Mannes, den innerstes Bedürfnis zum Judentum gebracht hatte, durch die Verleihung des Titels „Morenu". Noch heute wird sein Name in Sorau beim Seelengedächtnis nach den Namen der Rabbinen vor denen der übrigen Gemeindemitglieder genannt. (Nach den Quellen mitgeteilt von E. G. Fried.) Eine Melodie aus einer alten Posener Synagoge Von Saul Kaatz Zu den wenigen liturgischen Stücken, bei denen im synagogalen Gottesdienst schon seit der Väter Zeiten ein Gemeindegesang üblich ist, gehören die beiden Psalmen Ledawid b a r u c h und Lamnazeach binginot (Psalm 144 und 67), die dem Gebet am Ausgang des Sabbats vorangehen. Sie werden nach einer Melodie gesungen, die im deutschen Ritus, gleichviel ob es sich um Gemeinden mit westlichem oder östlichem Brauch handelt, traditionell und, von geringfügigen Variationen abgesehen, überall dieselbe ist: i'1'* i'j § Nach dieser überlieferten Melodie wurden die beiden Psalmen auch in sämtlichen Synagogen und Betstuben der Stadt und der Pro-

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