Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1926)
- Article
- Israel Friedmann
- Date
- 1926-05-01
- Page
- Seite 286 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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286 MENORAH und durchglühten Werkstätten oder beim Emporlohen der großen, rauchigen Riesenfackeln, wenn er nachts mit seinen englischen Edelpferden über die Hügel fuhr, schlagen wie ein Vaterherz, das einen unbezwinglichen Riesen geboren. Ein eherner Mann war Abraham Friedmann geworden. In dem Ineinandergreifen seiner Ideen hatte nie ein Sandkörnchen stören dürfen. Die ungeheuren Hebelwerke, die sanfter wie Frauenhände und gewaltig wie Zyklopen in den hohen Glashallen Hämmer oder Lasten hoben und senkten, hätten nie selbstverständlicher und sicherer arbeiten können, als die Entschließungen noch heute in dem mächtigen Puritanerschädel arbeiteten. Nie auch hätte es je in seinen Berechnungen irgendwo einen Schlupf gegeben, wo menschliche Einzelwünsche sich dem Werk und dem Fortgang zum Schaden hätten einnisten können wie Rost und Eisen. Abraham Friedmann hatte mit unentrinnbarer Energie den gewaltigen Bau Zug um Zug emporgetürmt und seine Erfinder- und Handelsmacht von den Dörfern in die Städte und Länder getragen. Jetzt, wo Abraham Friedmann ein alter Mann war, stand die Wucht seines Schaffens und seiner Erfolge in seinen langen, borstigen Mienen geschrieben. Man fühlte dem stiernackigen Haupte mit dem schlichten, leicht durchsilberten Dunkelhaar, das kurz herabhing und dem ganz rücksichtslos sicheren Gebaren des mächtigen Alten an, daß da ein entschlossener Herrscher lebendig war. Lily Rethi / Eisenwerk