Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1926)
- Article
- Jüdische Sakralkunst in Schlesien
- Date
- 1926-05-01
- Page
- Seite 273 (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdische Sakralkunst in Schlesien \ on \KrecI G rotte Schlesien ist das älteste und reichste Kulturland des deutschen Ostens. Seine zahlreichen, gut erhaltenen Kunslwerke gehören mit. zum besten, was das Beieh an derartigen Werten autzuweisen hat. Reeintlul.it dureh die alte Kultur l>öhmens, bevorzugt aus religiös-polilischen Motiven seitens der Jesuilen. den Pionieren der Sakralkunsl. verhätschelt endlich durch Friedrich den Großen, spielt Schlesien in der Kunstgeschichte eine ungleich wichtigere Rolle als die meisten deutschen Landesteite. Man sollte nun fügt ich annehmen können, daß die äußere Eingebung auch auf die Kunst des Judentums abgefärbt habe, eine Erscheinung, die beispielsweise in den Rheinlanden so deutlich erkennbar ist. Auch sollte man glauben, daß dieses Land, eingekeilt zwischen die bedeutendsten Ptlegestälten jüdischer Kunsl — Rühmen und Polen --— deutliche Spuren einer künstlerischen Beeinllußung von deren jüdischer künstlerischer Kultur aufweise. Beides tritl't aber nicht zu. Die Ersnche liegt darin, daß hier seit dem frühen Mittelalter ein (ieist schwerer Unduldsamkeit herrschte, von Johann von Rühmen über das Autodafe Gapislranos bis in die Friderizianische Epoche. Die Vertreibung der .luden am Ende des t(5. Jahrhunderts mag vollends die hier wie überall im Judentum der damals so kunstfreudigen Epoche etwa sich entwickelnden Keime1 oder Ansätze einer typischen Sakralkunst zerstört haben. So ist denn das spärliche Material, das hier zu linden ist. zumeist jüngeren Datums. Älter ausschließlich hart an der polnischen Grenze, über diese herübergebracht, und dann typisch ostjüdisch. So die Hol/- synagoge in Gzieszowa1!. ein letztes, ärmliches Glied in der Kette hochwertiger hölzerner Sakralbauten der Ostjuden-). Gzieszowa