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Menorah · 1926-04-01 · Heft 4 (April 1926) · p. Seite 242

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 4 (April 1926)
Article
Die Stadt der sieben Tore
Date
1926-04-01
Page
Seite 242 (sequence 2)
Language
German
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242 MENORAH MERODES- (BLUMEN-) TOR Doppellor, das die Christen als „Goldenes T o r" bezeichnen; die Araber nennen es „Bab-ed-Dahirije" (Berg-Tor). Den linken Torbogen nennen die Araber „Bab el Tobe", das „Tor der Buße", den rechten Torbogen ,,Bab el Rachme" („Tor der Gnade"). Auch die eingeborenen Juden erwähnen dieses Tor unter dem Namen „Schaareh Rachamim" (Gnaden-Tor). Nach arabischen Erzählungen wurde dieses Tor vom Kalifen Omar vermauert, weil ihm prophezeit wurde, daß durch dieses Tor der Messias der Juden seinen Einzug auf Moriah halten werde. Das Tor steht an der Stelle eines uralten Tores, das wiederholt zerstört wurde. Daher die Spuren der Baustile verschiedener Perioden. Schon zur Zeit des ersten Tempels war hier ein. Tor, dessen oberer Teil von Nebukadnezar zerstört wurde. Nehemia ließ das Tor wieder herrichten und nannte es Hallen- Tor. (Nehemia 3. 31.) Die Makkabäer restaurierten es. (Makkabäer I. 13. 23.) Bei der Zerstörung des Tempels wurde das Tor wieder stark beschädigt. Von Hadrian stammen die Ornamente, von Justinian die beiden Kuppeln der Torhalle. Die gegenwärtige Gestalt hat das Tor am Ende der byzantinischen und am Anfange der arabischen Zeit erhalten. Die Torpfosten sind antike Monolithe, nach arabischer Sage ein Geschenk der Königin von Saba an Salomo. An der südlichen Stadtmauer befinden sich zwei kleine Tore: Das sogenannte M i s t - T o r. Nach der Überlieferung durfte der Kehricht der Stadt Jerusalem aus sanitären Gründen nur durch dieses Tor aus der Stadt geschafft werden. Ansonst war dieses Tor für den Verkehr geschlossen. Die Araber nennen es „Bab el Muraribe" („Tor der Marokkaner"). Unweit davon das Z i o n s- T o r, von den Arabern „Tor des Propheten David" genannt, weil in dessen Nähe außerhalb der Mauer das David-Grab gezeigt wird. Die neuesten wissenschaftlichen Forschungen und die Ausgrabungen Professor Slousch's haben bereits die Unnahbarkeit dieses „Grabes Davids" bewiesen. Das meist frequentierte Tor ist das Jaffa-Tor, an der Mündung der Hauptverkehrsstraße Jerusalems. Der Stadttyrann Ibn Faruch (1625—1627) ließ es in Fronarbeit durch die Bevölkerung erbauen. Anläßlich des Besuches des deutschen Kaisers Wilhelm II. ließ Sultan Abdul Hamid einen Teil der Stadtmauer neben diesem Tore niederreißen, um den feierlichen Einzug des Kaisers zu ermöglichen. Seither wurde der Verkehr vom Tore zum Teile abgelenkt. Dank der jüdischen Bautätigkeit und Kulturarbeit hat Jerusalem immer mehr an Ausdehnung gewonnen. Das neue Jerusalem ist aber nur außerhalb der Mauern der Altstadt zu finden. Hier werden der Modernisierung und dem neuzeitlichen Fortschritte keine Hindernisse in den Weg gelegt: die Allstadt jedoch bleibt ein „Nolimetangere". Vor den Toren Jerusalems muß jede bauliche Neuerung, jede Modernisierung haltmachen . . .

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