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Menorah · 1926-04-01 · Heft 4 (April 1926) · p. Seite 239

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 4 (April 1926)
Article
Abraham Neuhut
Date
1926-04-01
Page
Seite 239 (sequence 4)
Language
German
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AUS EINEM AMERIKANISCHEN PREDIGTBUCHE. 239 Abraham Neuhuts zu gedenken. Doch einmal durchfuhr mich die Erinnerung an ihn, und gerade da war sie wohl nicht ganz am Platze: In dem eiskalten Raum eines Sterbehauses, auf einem niederen Schrägen stand ein Sarg aus ungehobeltem Tannenholz — nur sechs Bretter — und ich wußte, es war die Weihe meines Lebens, daß ich mit eigenen Händen seinen Deckel über das stille Antlitz meiner Mutter schließen durfte. (Aus dem Dänischen.) Aus einem amerikanischen Predigtbuche Von Willy Cohn Im allgemeinen kann man von Kanzelberedsamkeit dasselbe sagen, was der Dichter vom Schauspieler zu sagen weiß, daß ihm die Nachwelt keine Kränze flicht. An den Worten des großen Kanzelredners begeistert man sich, man spricht auch noch eine gewisse Zeit von ihm, aber wenn die Generation, die ihn gehört hat, ins Grab gesunken ist, dann ist auch in der Regel sein Name dahin. Wer weiß heute etwas noch von David Einhorn, der, als Kind des Bayerlandes geboren, in späteren Jahren in Amerika zu Ruhm und Ansehen kam? Es interessiert uns an dieser Stelle nicht, daß er dort ein Anhänger der radikalen Reform wurde und zweifellos sehr über die Grenzen hinausging, die dem Fortschritt im Hinblick auf die Tradition gezogen sind. Wir blättern in seiner Predigtsammlung. Da geht eine dem deutschen Juden fremde Welt vor unseren Augen auf. Es ist der 26. November 1863, man steht noch mitten im amerikanischen Sklavenkrieg, der die Nord- und Südstaaten in furchtbarem Bürgerkampf auseinanderriß. Da war auch für den jüdischen Prediger die Notwendigkeit gegeben, zu den Problemen des Augenblicks Stellung zu nehmen. David Einhorn war ein entschlossener Vorkämpfer für die Menschenrechte und setzte sich mit aller Entschiedenheit für die Abschaffung der Sklaverei ein. Hören wir, in welch mutiger Weise er das Wort nimmt: ,,Wie leicht konnte es nun nicht bei den aufgestachelten Leidenschaften von bloßen Worten zur Tat kommen! Und was dann unser Los geworden wäre, davon haben w7ir erst vor wenigen Monden durch die Vorgänge in der Metropole einen Vorgeschmack erhalten, dort, wo der Volksmajestät zum Hohne ein entmenschter Pöbelhaufe einige Tage hindurch die Herrschaft ergriff und Gestalten, die dem tiefsten Höllenpfuhl entstiegen schienen, plündernd und bluttriefend die Straßen durchzogen, Männer und Frauen, Greise, Jünglinge und Säuglinge mit

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