Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 4 (April 1926)
- Article
- Telschi
- Date
- 1926-04-01
- Page
- Seite 231 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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TELSCHI Von Esriel Carlebach I. DIE JESGHIWAH Eine der interessantesten, um nicht zu sagen, amüsantesten Gestalten im Osten ist wohl der Schadehen. Wenn irgend ein auswärtiger Vertreter dieser Gilde auftritt, so ist das immer ein vergnügter Tag bei der Jugend, ein sehr ernster aber für die Älteren. Im Beth-Hamidrasch ist ein Heiratsvermittlungsbureau, das eigentlich nur von Indiskretionen lebt, schnell eröffnet. Bald sind die Bachurim vom Schadehen auf Schritt und Tritt verfolgt, und hat er dann einen zu fassen gekriegt, so sind die beiden gleich von einer Gruppe Zuhörern und Interessenten'4 umstanden. Dann entwickelt sich ungefähr folgendes Gespräch: Der Bachur: „Was wollt Ihr von mir?" ,,Was soll ein Schadehen wollen? Zigaretten verkaufen! — Übrigens, raucht Ihr?" — Er bietet so gute Zigaretten an, als er bei seinem Massenbedarf sich leisten kann, dann setzt er fort: „Seid Ihr schon militärpflichtig? " „No .. ." „Daß Verheiratete nicht eingezogen werden, wißt Ihr? Da seid Ihr doch närrisch, wenn ..." „Nu, nu .. ." „Und in der Tat, was ich für Euch habe! — Ausnahmig! — So was ist mir noch selten vorgekommen. Intelligent, was heißt intelligent, sieben Klassen, acht..., wer weiß; und einen Kopf, wenn die ein Mann wäre, der größte Gelehrte könnte das sein, der beste Bachur von der ganzen Jeschiwah." „Ich habe so was nicht gerne. Ich will keine überkluge Frau. Könn' gut kochen, und sei ein Mensch, und genug..., mehr brauch' ich nicht." „Nu, versteht Ihr doch, was heißt klug? — Weiberweisheiten, lange Haare, kurzer Verstand. Ich mein'... und übrigens, sie ist wirklich eine sehr Feine, gewalthaftig fein. . ., 1000 Dollar, Ihr hört?" „Nu... und wie alt?" „Dreiundzwanzig." — „Zu jung." „Nu... 's macht nit ejs, wet ir schpilen a poor Jor a Liebe."