Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 4 (April 1926)
- Article
- Der Traumsiedler
- Date
- 1926-04-01
- Page
- Seite 225 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Von ILLES KACZfiR Aus dem Ungarischen übersetzt von Andreas Gasper und Hermann Glaser Copyright 1925 by 1116s Kaczer, Bratislava — Nachdruck verboten (6. Fortsetzung.) 10. ZWEI KINDER Tel-Chalom, Ruhe. Ich bin allein. Doch fühle ich die Einsamkeit nicht; denn im Tal drunten arbeiten und singen meine Brüder. Wenn ich, horchend, stehen bleibe, schlägt mir von der Amazonensiedlung ein Triller ans Ohr. Isa und Dinjuschka zwitschern wie zwei beglückte Vögel. Dinjuschka blieb also nicht allein: Isa ist zurückgekehrt. Iljitschka pflanzt seine Eukalypten auf der eigenen Siedlung neben dem Wasser ... Ich kann nicht begreifen, wie es mit den zwei Leuten sein mag; für einen Tag bloß hatten sie sich „gefunden", denn jetzt kümmern sie sich gar nicht um einander. Haben sie sich entzweit? Beracha sagt immer: Diese Isa blüht, sie ist voll Freude und Schönheit. Und Iljitschka ist ganz der Alte. Seine Stimme ebenso herb wie früher. Merkwürdig, daß die Schlange verschwunden ist. Es wäre eigentlich nicht so merkwürdig, gibt es doch Störche und Reiher genug, die sie fortschleppen konnten. Indessen behauptet Alfieri — ich muß lächeln über mich selbst — daß die Schlange .. . nein, nein, ich glaube es nicht. Schade, daß Iljitschka und Isa sie nicht mehr vorfanden; sie hätten feststellen können, was das für ein Wurm war; sie hätten ihre Giftzähne geprüft... Oder sind sie nicht ihretwegen gegangen? Wie ich darüber brüte, beschleicht mich der Gedanke, das ist die Schlange, die das erste Menschenpaar zum Sündenfall gebracht hat.