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Menorah · 1926-03-01 · Heft 3 (März 1926) · p. Seite 199

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 3 (März 1926)
Article
Die Bibliothek der Wiener Kultusgemeinde
Date
1926-03-01
Page
Seite 199 (sequence 6)
Language
German
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BIBLIOTHEK DER WIENER KULTUSGEMEINDE 199 es auch, genügend Geldmittel für Neuerwerbungen aufzubringen. Auf seinen Vorschlag wurde im Jahre 1881 die Subvention der Gemeinde auf 300 Gulden, im Jahre 1883 auf 500 Gulden erhöht. Durch die intensive Propaganda für die Bibliothek fielen ihr namhafte Geschenke zu, so in dem zuletzt erwähnten Jahre eine große Bücherspende von Emanuel Baumgarten, der später seinen gesamten großen Bücherschatz den Bibliotheken der Kultusgemeinde und des Rabbinerseminars hinterließ; ferner erhielt die Bibliothek bedeutende Zuwendungen an Büchern aus dem Nachlaß des Predigers Mannheimer, Geschenke und Nachlässe des Schriftstellers Kompert, ihres ersten Katalogisators S. G. Stern, von Dr. G. Wolf und anderen. An die Gemeindebibliothek ging auch ein Teil der im Jahre 1859 auf Anregung von Dr. G. Wolf begründeten Jugendbibliothek über, die zwei Jahre nach ihrer Gründung bereits 600 Bände zählte; der Rest dieser Jugendbibliothek kam bei ihrer Auflösung ins Königsbergsche Mädcheninstitut. 1880/81 wurde der Bibliothek noch ein zweiter Raum zugewiesen. Sie war seither für den öffentlichen Verkehr geöffnet und führte Lesestunden ein. Auch ein neuer Katalog wurde angelegt. Da die Benützung der Bibliothek immer mehr stieg, wurde im Jahre 1889 ein zweiter Beamter, Dr. Bernhard Münz (gst. 1919), angestellt und im Jahre 1893 ein dritter Raum zugewiesen; damals wurde die Zahl der wöchentlichen Lesestunden von 6 auf 11% erhöht. Bis zum Jahre 1895 wuchsen die Bücherbestände auf mehr als 10.000 Werke. Eine sehr wertvolle Bereicherung der Bibliothek brachte die Sammlung des bekannten Gelehrten S. J. Halberstamm in Bielitz, die von Salo Cohn auf Anraten des Oberrabbiners Dr. Güdemann im Jahre 1896 um 6000 Gulden erworben und der Gemeindebibliothek zum Geschenk gemacht wurde. Die Halberstammsche Büchersammlung, die wegen ihrer inkunabeln und seltenen Druckwerke überaus wertvoll ist, wurde später vom gegenwärtigen Leiter der jüdischen Gemeindebibliothek Dr. Wachstein bibliographisch bearbeitet und in einem wissenschaftlichen Katalog ausführlich beschrieben. Da sich zufolge der beträchtlichen Vergrößerung der Bibliothek die ihr in der Seitenstettengasse zugewiesenen Räume als zu klein erwiesen, wurde sie im Jahre 1906 in die Ferdinandstraße verlegt. Die Bibliothek wird nicht mehr als Annex zur Religionsschule, sondern als selbständiges Institut der jüdischen Gemeinde betrachtet, das auch angesichts seiner Wichtigkeit von da ab stetig wächst. Über die Entwicklung der Bibliothek in ihren neuen Räumen werden wir in einem späteren Aufsatze berichten.

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