Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 3 (März 1926)
- Article
- Zur Gründungsgeschichte der Wiener Religionsschule
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 194 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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194 MENORAH betrachtet werde ..., b) daß Niemand zugelassen werde, der nicht entweder die für die deutschen Schulen vorgeschriebenen Schulfähigkeitsjahre überschritten, und mit dem Zeugnisse der erlernten deutschen Schulgegenstände sich auszuweisen hat .. c) daß sich diese Schule auf die wesentlichen Religionskenntnisse beschränke, und daß darüber genaue Aufsicht geführt werde . . Die verlangte Äußerung geben die Vertreter am 15. Dezember 1813 in einer sehr ausführlichen Eingabe ab. Sie beantworten die Hauptfrage dahin: Die Judenschaft wünscht lediglich eine Religionsschule, welche sich streng auf die Religionskenntnisse beschränkt, und legen bereits einen ins einzelne gehenden Lehrplan vor. Der Zeitpunkt des Inslebentretens der Religionsschule in ihrer offiziellen Gestalt dürfte der 5. September 1814 sein. An diesem Tage erläßt Kaiser Franz von Schönbrunn aus die Entschließung: ,,Die Anträge der Studienkommission erhalten in allen Punkten Meine Genehmigung." Ein Dekret der Studienhofkommission an die N. Ö. Reg. vom 12. Sept. 1814 enthält bereits die Bestimmungen der äußeren und inneren Organisation der Religionsschule. Sie sollte aus zwei Klassen bestehen und zwei ordentliche Lehrer sollten mit einem angemessenen Gehalte angestellt werden. Auffallend ist darin folgender Passus: „Nur befehlen S. M. ausdrücklich, daß für eines der beyden Lehrämter (Lehrer und Schreibmeister) der gewesene Oberaufseher der deutsch-jüdischen Schulen in Galizien, Herz Homberg, ernennet werde." Dieser ausdrückliche Befehl des Kaisers ist aber nicht ausgeführt worden. Die beiden ersten Lehrer waren der Religionslehrer Salomon Herz und der Schreiblehrer Abraham Kohn. Herz wurde bald durch den „zweiten" Lehrer Joseph Benedikt Veith unterstützt. Die Religionsschule scheint in den ersten Jahren ihres Bestandes wenig befriedigt zu haben. Ihren Aufschwung verdankt sie Isak Noa Mannheimer, mehr noch dem 1829 berufenen Dr. Joseph Levin Saalschütz. Die Bibliothek der Wiener Kultusgemeinde bwohl die jüdische Gemeinschaft ihren öffentlichen Institutionen V_jF stets reges Interesse entgegenbrachte, zu dem sich bei dem „Volk des Buches" naturgemäß auch das Verständnis für den Wert des jüdischen Buches gesellte, wurden doch öffentliche jüdische Bibliotheken in modernem Sinne lange nicht gegründet. Die Erhaltung solcher Institutionen blieb der privaten Initiative überlassen und die (Ihre Entstehung und Entwicklung) von Alexander Kristianpoller