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Menorah · 1926-03-01 · Heft 3 (März 1926) · p. Seite 186

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 3 (März 1926)
Article
Zur Gründungsgeschichte der Wiener Religionsschule
Date
1926-03-01
Page
Seite 186 (sequence 1)
Language
German
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Zur Gründungsgeschichte der Wiener Religionsschule Von Moritz Rosenfeld Die Chronologie der Gründung der öffentlichen Institutionen, die der Lehre, dem Gottesdienste und der Humanität, diesen drei Grundpfeilern einer jeden jüdischen Gemeinschaft, gewidmet sind, weist bei der Wiener Judenschaft die umgekehrte Aufeinanderfolge auf. Zuerst entstand das Spital und die heiligen Bruderschaften der Wohltätigkeitspflege. Dann trat an die Stelle der zahlreichen Privatbethäuser, welche die Wiener Patrizier in ihren Häusern unterhielten, so die Wertheimer, Oppenheimer, Arnstein, Leidesdorf, Eskeles, Parera, Hönig von Hönigsberg und andere, das gemeinsame Betlokal beim „Weißen Stern". Und zuletzt erst entstand die Stätte der Lehre, eine öffentliche Schule. Bis dahin lag der Jugendunterricht in den Händen von Hauslehrern, die zum Hausstand fast eines jeden bürgerlichen Hauses zählten. Während aber Hofkanzlei und Landesregierung den Erwerb eines Hauses für das Spital trotz der „Nichtbesitzfähigkeit der Juden von einem Hause" bereitwillig, wenn auch nur ausnahmsweise gestatteten und dieselben Behörden der Errichtung einer Synagoge gegenüber eine ablehnende Haltung einnahmen, wünschen sie angelegentlich, daß die Wiener tolerierten Juden eine Schule eröffnen. Und diese verstehen sich nach längerem Zaudern dazu, in der Erwartung, daß die Regierung, wenn sie die Schule und die Wohlfahrtsinstitutionen zu gründen bereit wären, auch der Errichtung eines eigenen Bethauses kein Hindernis mehr in den Weg legen würde. So fällt auf die endlich bewilligte Synagoge eigentlich nur ein Splitter jener Gunst, deren sich die beiden anderen Institutionen um ihrer selbst willen bei den Behörden erfreuten. Es erscheint daher nur billig, daß anläßlich des Synagogenjubiläums auch der Religionsschule in einer kurzen Skizze gedacht werde. Neben einer Übersicht über die bereits gedruckt vorliegenden Daten mögen hier auch einige bisher nicht veröffentlichte Aktenstücke aus dem Archiv der Israelitischen Kultusgemeinde zum Abdruck gelangen1). J) Für die Erlaubnis, diese Archivalien einsehen und kopieren zu dürfen, sei dem Präsidium der Israelitischen Kultusgemeinde, besonders dem Herrn Archivar Saul Chajes für sein weit über seine Pflicht hinausgehendes Entgegenkommen geziemend Dank gesagt

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