Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 3 (März 1926)
- Article
- Die beiden Schwerter
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 185 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE BEIDEN SCHWERTER 185 „Von diesem Augenblicke an", fuhr der junge Mann endlich nach einiger Fassung fort, „wußte ich, nach welcher Seite ich mich zu wenden hatte. Kaum genesen, machte ich mich auf den Weg in die Heimat und kam gerade am Vorabend des Versöhnungsfestes dort an .., Alles übrige ist dem hochwürdigen Herrn Dechanten bekannt — und so erwarte ich mein Urteil.. BETTI PAOLI Geb. in Wien am $1. Dezember 1810 Gest. in Baden bei Wien am $. August 1894 Gruß an Israel „Was suchest du in unserm Kreise, Du Tochter aus dem neuen Bunde? Was legst du deine Finger leise In uns're alte, tiefe Wunde? Denkst du mit sanften Klagetönen Den herben Zwiespalt zu versöhnen, Der unser Volk von deinem trennt? Kannst du mit Liedern Fesseln sprengen Und die Erinrirungsqual verdrängen, Die grell in unserm Geiste brennt? Kannst du dem hoffenden Geschlecht, Dem uns're Leiden alV entfließen, Den wahnbefang'nen Sinn erschließen Für unser ew'ges, heiVges Recht?" „„Das kann ich nicht! doch meine Grüße Sie folgen euch mit Liebessegen, Daß eine Rose doch euch sprieße, Auf euern rauhen Wanderwegen. Sie sei euch Ahnung von dem Kranze, Der einst im freudigen Siegesglanze Sich wird um eure Stirnen schlingen! Denn nimmer geht ein Volk zugrunde, Des Kinder, trotzend jeder Wunde, Nach Recht und Freiheit gläubig ringen. Ich blicke still und unverwandt In jener Zukunft Nebelweiten, Und eine Bürgerin bessfrer Zeiten, Biet' ich euch sanft bewegt die Hand.""