Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 3 (März 1926)
- Article
- Hundert Jahre sakraler Kunst im Wiener Stadttempel
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 166 (sequence 2)
- Language
- German
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MENORA II noch heute gültig sind. Das muß selbstverständlich festgestellt werden, wenn man die sakrale Kunst dieser Synagoge beurteilen will. Aber man muß dabei auch berücksichtigen, daß dem begabten nichtjüdischen Erbauer das Em])linden für Jüdisches nicht liegen konnte. Er hat lediglich seine Aufgabe von der Seite Zeiten tsprechender guler Architektur erlaßt und gelöst. Ihm verdankt der Tempel die fesselnde Harmonie der Verhältnisse, Maße und Linien, die anfangs Thoraschrein geöffnet noch verstärkt wurde durch die Beschaffenheit der Ausslaltungsgegenslände. Von den einstigen Prachtstücken dieser Innenausstattung, die die harmonische Geschlossenheil des Empiresaales im Willen Kornhäusels vermittelten, sind allerdings nur der Thoraschrein mit den Bundestafeln und den innen und außen in Lindenholz feingeschnitzten vergoldeten Türflügeln mit ihren Medaillons und zarten Girlanden erhalten. Die beiden holzgeschnilzten Altarkandelaber, die Armleuchter auf den Pfeilern in der Höhe der zweiten Galerie, die Wandarme in den Roselten über den Säulen, die dreistöckig aufstrebenden Kronleuchter: dies alles ist heute nicht mehr vorhanden. Es ist zur Zeit der Gaseinleitung verständnislos entfernt worden, es wurde nach Frankfurt am Main verkauft, und an seine Stelle traten dann im Jahre 5627/1867 die heutigen Wandarme und Altarkandelaber, eine Stiftung von Bernhard Pollak. die ganz im Epigonen-