Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1926)
- Article
- Drei Palästina-Bildwerke [Rezension]
- Date
- 1926-02-01
- Page
- Seite 122 (sequence 1)
- Language
- German
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DREI PALÄSTINA-BILDWERKE. Palästina, 300 Bilder, Einleitung von Sven H e d i 11. Herausgegeben von Georg Landauer. Verlag Mayer & Jessen, München 1925. Preiß und Rohrbach, Palästina und das Ostjordanland, mit 210 Tiefdrucklafeln und 21 farbigen Bildern. Verlag Julius Hoffmann, Stuttgart 1925 Karl Gröber, Palästina, Arabien und Syrien, die Länder der heiligen Schrift, mit über 300 Abbildungen in Kupfertiefdruck. Verlag Ernst Wasmuth, A. G., Berlin 1925. Eines ergibt sich vor allem: Palästina, das Land der Bibel, ist wieder ganz lebendig. Es steht dieses uralte Land wiederum im Mittelpunkt der Interessen. Wie sonst könnte es sein, daß in den letzten Monaten f ü n f bedeutende Bildwerke über dieses Land erscheinen konnten und im Erscheinen begriffen sind! Vor etwa dreizehn Jahren hat Davis Trietsch seine „Bilder aus Palästina" herausgebracht, und das Werk blieb der großen Welt unbekannt. Es ist schwer zu sagen, welches von den drei hier besprochenen Werken am meisten den Glanz, der über Palästina schwebt, im Bilde vermittelt. Alle drei lassen den Besucher die wunderbaren Landschaften schauen, die fesselnde Naturschönheit in hellen und dunkleren Farben. Mit Jerusalem, „der Stadt Gottes auf seinem heiligen Berge", dem am meisten pittoresken Stadtbild der Welt, das Sven Hedin „eine merkwürdige Sammlung christlicher, jüdischer und mohammedanischer Kuppeln" nennt, beginnen alle drei Werke ihre Bilderreihe. Wir sehen da die Moscheen, Synagogen und Kirchen in ihrer eigenartigen packenden Architektur, die malerischen Slraßenbilder, die Gassen und Treppen, die Basare und Bogen, Wege und Winkel und fesselnde Ausblicke auf das Totale der Stadt. Dann führen sie uns wie ein unsichtbarer Cicerone durch die allen wichtigen Städte des Landes, durch charakteristische Landschaften, durch die feierlichen, dunkelgrauen und sonnendurchglühten flachgewctllen Berge, durch Täler und Triften, durch Gärten und Haine mit urallen Bäumen, in deren Schatten schwarze Ziegen und weiße Schafe friedlich grasen oder wiederkäuend ruhen. Die Heiligtümer aller Bekenntnisse und die von ihnen ausgehenden religiösen Sitten und Bräuche, malerische Prozessionen und Umzüge mit Menschen verschiedener Rassen und Lebensberufe ziehen an uns vorüber und die aus der Erde erstandene alte Kultur des Landes an den Stätten der Ausgrabungen offenbaren sich dem Blicke des Beschauers. Es ist jedes der Werke überaus geeignet, den Unzähligen, die Palästina nie mit den Augen sehen können, ein ganz klares Bild des Landes und plastische Vorstellungen davon zu vermitteln. Im einzelnen läßt sich freilich noch manches vermerken. Das „Palästina", das Meyer & Jessen auflegten, kommt nur in der Einbanddecke, die fein und geschmackvoll ist, mit den anderen in Vergleich. In den Abbildungen und der Art der Reproduktion wird es von den Werken Preiß' und Rohrbachs und Karl Gröbers weit übertroffen. Die Kunst der Photographie, die sich hier darbietet, ist geradezu unübertrefflich. Die Beleuchtung ist immer die denkbar beste, die Schaltenwirkung in vollster Tiefe erfaßt und jede, auch die kleinste Feinheit in der klarsten Schärfe geschaut. Die Typen von Männern und Frauen der verschiedenen Rassen, die gezeigt werden, sind niemals gestellt und nirgends spürt man Unnatürlich-