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Menorah · 1926-02-01 · Heft 2 (Februar 1926) · p. Seite 112

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 2 (Februar 1926)
Article
Telschi
Date
1926-02-01
Page
Seite 112 (sequence 1)
Language
German
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TELSCHI Von Esriel Carlebach I. DIE JESCHIWAH Eins aber gibt es hier, das jedesmal wieder neu, reizvoll ist, der Feiertag: Sabbat. Schon gegen 12 Uhr am Freitag vormittag wird der Jeschiwah-Bachur ungeduldig. Er sieht ab und zu auf die Uhr, nähert sich dann in einem plötzlichen Entschluß einem Nachbar, und man bespricht — Toilettefragen. Nach einigen Erwägungen haben sich fünf Genossen gefunden, die gemeinsam den Ankauf eines Stückes Seife beschließen. Man zieht zu Berel, dem Apotheker, und bis fünf Bachurim sich auf eine Ware einigen, vergeht eine geraume Weile. Und dann werden all diese weltfernen Talmudjünger eitel, sehr eitel. Für Sabbat ist ihnen nichts neu, nichts gut und modern genug. Während der ganzen Woche irgend welche Sorgfalt aufs Äußere zu legen, gälte als ebenso unrecht, wie zu Sabbat weniger als drei Stunden der Kleidung zu widmen. Die komischesten und rührendsten Bilder gibt es bei dieser Vorbereitung zum Empfang des Feiertages. Ist sie aber endlich beendet, so geht man gemächlich, langsamen Schrittes durch die schon leere Gasse der Jeschiwah zu. Dort aber ist's lebendig. Alles ist schon in festtäglichen Kleidern versammelt. Es muß jedem Fremden ein wirres Durcheinander scheinen, was er da auf den ersten Blick sieht. Bachurim gehen einzeln auf und ab. Jeder, als ob überhaupt nur sein Weg durch den Raum führe, des anderen nicht achtend, allein mit sich und seinen Psalmen. Er empfängt den Sabbat. Man sieht, wie sein Gesicht immer erwartungsfroher wird, wie der Schritt sich beschleunigt, die Stimme sich hebt, die Melodie freudiger klingt, und man spürt, daß er, er allein jetzt der Sabbat Braut entgegengeht. So fast alle zu gleicher Zeit. Das lebendige Summen ist zum Rauschen geworden, aus dem einzelne Stimmen nicht mehr unterscheidbar sind. Immer mehr solche Sänger kommen hinzu, immer dichter wird das Hin und Her in der Jeschiwah. Es wogt da vorn hin zum schmucklos braunen Schrank, der die heil. Rollen birgt, und schwingt zurück zur großen Tür, durch die der Sabbat kommen muß. Da geht einer, ganz in sich zusammengezogen, die Schultern hoch, die Hände in krampfender Bewegung, als konzentrierte er alle Kraft

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