Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1926)
- Article
- Was Caesarius von Heisterbach von den Juden seiner Zeit zu erzählen weiß
- Date
- 1926-02-01
- Page
- Seite 104 (sequence 3)
- Language
- German
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104 MENORAH ich nicht, denn ich bin Christin geworden." „Ich kann dir wohl die Taufe wegschaffen." „Wie würdest du das tun?" „Ich würde dich dreimal durch den Abtritt ziehen, dann bliebe die Wirkung der Taufe darin." Natürlich folgte das Mädchen nach dem Berichte unseres Caesarius diesem Rate nicht. Wir täten Unrecht, wenn wir den Erzählungen des Mönches sachlich allzu viel Bedeutung beimessen würden. Es waren eben Anekdoten, wie man sie im Kloster erzählte. Immerhin hat man sich wohl durch sie ein Urteil über die Juden gebildet, die man sonst wenig kannte. So leidet man ja auch heute noch oftmals unter dem Unverstand derer, die uns zu beurteilen nicht verstehen. Manfred Sturmann / Fernes Gefilde Wie wunderbar ist jenes Bild der Ferne, Das durch den Wolkenschacht des Tages bricht; Ein Blumenhauch, ein stilles Lied der Sterne Grüßt uns aus Weiten und erreicht uns nicht. Und doch geschiehts, daß sich ein Traumbild spaltet Und das Erträumte wird zum Truge wahr, Du bist ein Gottesknabe und gestaltet Im Schoß der Reinheit und der Schatten bar. Du trägst dein Atmen an die Stirn der Erde Und mit den Quellen springt aus Nichts dein Lied. Du hast des Rehes wunschlose Gebärde Und still, den Wolken gleich, dein Leben zieht. Aus deiner Seele ist der Sturm gewichen, Der deiner Kindheit Frühe rufend traf; Tags ruhst bei Weiden du, den königlichen, Und ihre Kronen bergen deinen Schlaf. Erwache, Träumer! Dich erweckt der Dämmer, Leih deinem Sehnen endlos Flügelkraft: Es trümmern ewig deiner Tage Hämmer, Was deine Seele sich im Traume schafft.