Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1926)
- Article
- Was Caesarius von Heisterbach von den Juden seiner Zeit zu erzählen weiß
- Date
- 1926-02-01
- Page
- Seite 102 (sequence 1)
- Language
- German
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Was Caesarius von Heisterbach von den Juden seiner Zeit zu erzählen weiß Von Willy Cohn r m rheinischen Kloster Heislerbach lebte zu Beginn des 13. Jahrhunderts der Mönch Caesarius. Er ist uns durch eine Reihe von Schriften bekannt, aber kein Buch von ihm gibt uns einen so tiefen Einblick in mittelalterliches Wesen als sein „Dialog der Wunder". Wir sind dem Verlag Albert Langen, München, zu Dank verpflichtet, daß er als 18. Band seiner „Bücher der Bildung" diese wundersamen Erzählungen deutsch herausgegeben hat. Wenn der moderne Leser an die Lektüre herangeht, dann muß er alles zu vergessen suchen, was er von seiner eigenen Zeit mitbringt. Es fehlt ja dem Mittelalter vor allem das kritische Denken. Für den mittelalterlichen Menschen ist Gläubigkeit alles, und das sollten wir Juden besonders gut verstehen. Wenn in diesen Erzählungen von Juden die Rede ist, so immer in dem Sinne, wie man sie zum Christentum gewinnen in die Synagoge W1C ^UlL U11U heiliSe Jungfrau es verstanden haben, die Seele der Ungläubigen zu erleuchten und sie den Heilslehren des Christentums zu erschließen. Oftmals ist es die Liebe des Mönches, des jungen Geistlichen zu einer Jüdin, die den Faden der Erzählung bildet. So lebt da in irgend einer englischen Stadt — erzählt Caesarius — ein hübsches Juden- Ähnliches enthält Grimmelshausen, Simplicissimus, 1684. Obiges Kupfer stellt Inneres einer Synagoge im 30jährigen Kriege dar Simplicissimus, der außerhalb sitzt, hat sich als Engel Uriel verkleidet und spediert durch ein. zerbrochenes Fenster Weissagungen auf die Ankunft des Messias | ,,r:0 Prvft unH in die Svnaeoflre M^^.alB^ilÄlvdnn» Wie UOU UI1U