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Menorah · 1926-02-01 · Heft 2 (Februar 1926) · p. Seite 70

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 2 (Februar 1926)
Article
Dr. Ignaz Schwarz
Date
1926-02-01
Page
Seite 70 (sequence 3)
Language
German
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70 MENORAH abdruck aus Band V der „Geschichte der Stadt Wien", herausgegeben vom Allertumsvereine in Wien.) Das Diplom eines jüdischen Arztes [Dr. Copilius Pictor, Jakob Koppel Maler aus Bingen*)] aus dem Jahre 1695. Mit einer Abbildung des Porträts. Archiv für jüdische Familienforschung, 1913, I, S. 17. Das Wiener Donaubrückenprojekt des Juden Mendel Isac von Krakau (1589). Jahrbuch *) Zur Schreibung des Namens siehe Kaufmann- Freudenthal: Die Familie Goinperz. S. 28, Note 1. Ein jüdisches Es ist eine eigene Sache um den jüdischen Reichtum. Im Laufe des sozialen Aufstieges streift die vornehm gewordene Familie zuerst das Jüdische ab, geht zum Christentum über, taucht unter und geht dann meistens mit der Zeit der irdischen Güter verlustig. Man braucht bloß die Liste der Wiener jüdischen Notabelnfamilien vom Anfang des vorigen Jahrhunderts durchzugehen, um sich von der Richtigkeit der hier angedeuteten Entwicklung zu überzeugen. Zahllose jüdische Familien sahen wir in den letzten zwei Jahrhunderten auf der sozialen Leiter emporsteigen und ach. wie viele von ihnen sind gar bald heruntergepurzelt. Ihre Nachkommen zieren längst nicht mehr unsere Reihen und das von den jüdischen Vorfahren erworbene Vermögen hat den Weg zu den anderen gefunden. In seinem soeben erschienenen neuen Buche*) schildert Professor Dr. Samuel K r a u s s das Glück und Ende einer vornehmen jüdischen Familie aus dem 18. Jahrhundert, deren Lebensgeschick geradezu typisch ist für die jüdischen Reichen und Vornehmen der Zeit. An unseren Augen ziehen — wie an einem Schulbeispiel erör- *) Joachim Edler von Popper. Ein Zeit-und Lebensbild aus der Geschichte der Juden in Böhmen. Mit 12 Abbildungen auf 10 Tafeln. Von Prof. Dr. Samuel Krauss. Selbstverlag des Verfassers (Wien. II., Ferdinandsstraße 25), Preis S 6.—. für Landeskunde von Niederösterreich. 1913, S. 79—100. Auch als Separatdruck. Wien 1914. erschienen. Titelumschlag, 22 S. Ungedrucktes: Zur Geschichte der Juden in Eisenstadt. Statistik der jüdischen Bewohner E. im Jahre 1564. (Wird in dieser Zeitschrift erscheinen.) Namenbuch der Wiener Juden bis 1526. Aus archivalischen und gedruckten Quellen gesammelt. Vorarbeiten zu einer Neiiüiisyabe des Wiener- Neustädter Judenbuches. Adelsgeschlecht tert — ihr Aufstieg und Verfall vorüber. Der fromme Vater Wolf Pop p e r in dem böhmischen Städleben Bresnitz bringt es zu Leginn des 18. Jahrhunderts durch Fleiß und Tüchtigkeit zu großem Reichtum. Er ist ein angesehener Großkaufmann mit weitverzweigten Beziehungen und mehrfacher Fabriksherr. Gleichzeitig nimmt er sich der Sache des Judentums, dem er mit vollem Herzen anhängt, in warmherziger und frei gebiger Weise an und erreicht denn auch die Würde eines Primalors der böhmischen Landjudensehaft. Sein Sohn, der in Reichtum erzogene C h a j i m Popper verläßt gar bald das Provinznest Bresnitz. das ihm zu klein geworden ist, um sich in Prag ansässig zu machen. Sein Geschäft gelangt zur hohen Blüte, er mehrt das väterliche Erbe auch im ideellen Sinne, wenn er auch — wir leben im 18. Jahrhundert — mehr am Äußerlichen hängt und schon vom Geiste der Assimilation angekränkelt ist. Er ist aber dem Judentum noch in treuer Anhänglichkeit ergeben, bekleidet ebenfalls die Stelle eines Primators, unterhält in seinem Prager Wohnhause eine Synagoge und errichtet in seiner letztwilligen Verfügung — außer einer Heiratsstiftung für die Nachkommen seiner Familie — eine ganze Anzahl jüdischer Stiftungen, wobei er allerdings ganz besonders

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