Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1926)
- Article
- Der Traumsiedler
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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DER TRAUMSIEDLER 51 — Wie mir einmal draußen eine Glasscherbe auf den Fuß gekommen ist, hat man ihn hier oben verbunden und die Blutung hörte auf. Iljitschka küßt „Vögelein" und lacht vergnügt: —. Es war sehr klug von dir. Er wendet sich zu uns und spricht: — Ich hätte es auch nicht anders getan. Er beschaut den Verband und zieht ihn noch enger. Das Kind kreischt auf. Er schickt Aaron um seine Handtasche. — Dort hängt sie am ersten Pfahl. Die Tasche enthält eine kleine Apotheke. Unlängst verletzte sich der Litauer am rechten Arm: Waschmittel und Verbände waren gleich zur Hand. Sicher gibt es dort auch ein Mittel gegen Schlangengift. Wäre dem nicht so, so würde dieser Iljitschka nicht in einemfort lächeln. Wie gut, daß er lächeltl Er pfeift sogar munter vor sich her. Er ist bester Laune. Zwar macht uns dieses sein Verhalten etwas unruhig. Nachmen weint nach wie vor. Er sitzt am Boden, traut sich nicht, zu sehen, was Iljitschka mit seinem Kind macht. — Hier auch — wimmert es, daß das Wort mich erschauern läßt. Alfteri setzt sich auch hin. — Fürchte dich nicht, Nachmen, Iljitschka versteht sich darauf. Und Alfieri — sagt: — Hier wirkt der Fluch nicht, Nachmen. Nachmen hebt sein weißes, qualzerrissenes Gesicht, welches der dunkle Bart geradezu schaurig umrahmt und läßt es wieder sinken. Er schweigt. Iljitschka wendet sich zu den Amazonen: — Welche von euch trägt das kranke Kind nach Hause? Einige Tage muß man bei ihm bleiben. — Ich — sagt Isa sehr bleich. — Ich — sagt Dinjuschka weinerlich. Basje sagt nichts. Sie streckt nur die Hand mütterlich nach dem Kind aus. Sie preßt es an die Brust und trägt es. Nachmen schlendert ihnen nach wie ein geschlagener Hund. Unter der Schleuse stürzt das Wasser herab. Ein schmaler Bach, noch schwach, die trockene Erde hemmt ihn und saugt ihn teilweise auf. Doch er läßt sich nicht besiegen, er fließt weiter und weitet sich. Da wird er eng, aber dort wieder weit, wie des Kindes Weinen. Es wird keine leichte Arbeit sein, ihn in sein Bett zu zwingen.