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Menorah · 1926-01-01 · Heft 1 (Januar 1926) · p. Seite 37

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 1 (Januar 1926)
Article
Telschi
Date
1926-01-01
Page
Seite 37 (sequence 1)
Language
German
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TELSCHI Von Esriel Carlebacli I. DIE JESCHIWAH. Rabbi J. L. Bloch I erez formuliert einmal den Unterschied zwischen Zeit und Ort ungefähr so: Wir stehen auf dem Ort und können ihn beliebig verändern, die Zeit aber ist für uns nicht wechselbar, wir stehen in ihr und sie verändert uns. Der große Dichter macht dann eine phantastische Reise durch die Zeit, statt durch Ländereien läßt er sein Gefährt durch Generationen sausen. Vielleicht muß eine solche Fahrt in der Zeit nicht immer Phantasie bleiben. Wer in ein litauisches Städtchen reist, fährt örtlich nach Irgendwo und zeitlich nach Irgendwann. Das Gefährt allein, das man an der Bahnstation besteigt, der Fuhrmann und der Weg scheinen uns Geschlechter alt. Der Kutscher ist ein Jude, so ein Jude, wie wir ihn nur von Bildern her kennen. Die Art der Beförderung ist eine sehr einfache: Jeder sucht sichs auf dem Heu so erträglich als möglich zu gestalten. Die Abfahrtszeit ist sehr präzise festgelegt: „Wenn wir zehn Passagiere haben!" Man muß sich daran gewöhnen, jedesmal wenn der Wagen in eine Grube geraten ist, abzusteigen und zu schieben; man muß bei den Aufenthalten an Brunnen und vor jedem Beth-Hamidrasch nicht ungeduldig werden; man muß endlich auch den Erzählungen des alten Fuhrmanns, seinen Gesprächen mit dem Pferd das nötige Verständnis entgegenbringen; dann kann man eine solche zwölfstündige Fahrt über holperige Wege überstehen. Ist man dann dicht am Reiseziel — und darin sind sich alle Städtchen gleich — so ist das erste, worauf der Blick fallen muß, der schwerfällige Bau einer Kirche. In der litauischen Gasse steht am einen Ende die Kirche, am

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