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Menorah · 1925-11-01 · Heft 11 (November 1925) · p. Seite 247

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
3 (1925)
Issue
Heft 11 (November 1925)
Article
Unsere Mutter
Date
1925-11-01
Page
Seite 247 (sequence 3)
Language
German
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MENORAH 247 um mich aus Paris abzuholen — kurz, mir ist ganz schwindelig vor Glück. Ich grüße und küsse Euch alle tausendmal als Eure treue Mutter Klara." Einmal fuhr Mutter von Wien nach Budapest. Wir waren sicher unser zehn, die sie begleiteten, so daß es einiges Aulsehen auf dem Ostbahnhof erregte. Wir be auftragten die Wärterin, die mit den Schnellzügen mitfährt, Mutter unterwegs einen heißen Kaffee ins Kupee zu besorgen; das hörte Mutter, drohte uns mit erhobenem Zeigefinger und sagte: ,,Ihr wißt, ich lasse mich nicht gern bevormunden! Auch Kaffee bestelle ich mir lieber allein, wenn ich Lust clrauf kriege!" Im gleichen Abteil fuhr ein junger Scidenfabrikant aus Wien, der sich eines Lächelns nicht erwehren konnte, als er das hörte und später mit ihr ins Gespräch kam. Mutter war damals nicht weit von ihrem sechzigsten Geburtstag entfernt. Immer lebhafter unterhielten sich die beiden miteinander, und da sie nur noch eine halbe Stunde von der ungarischen Hauptstadt entfernt waren, bestürmte der Herr unsere Mutter, sie möchte ihm in Pest einen Tag schenken. Mutter sah ihn ungläubig an. Als er ciarauf beharrte, lachte sie und erwiderte: „Aber was fällt Ihnen ein, mein Herr? Es ist zwar ungemein lieb von Ihnen, aber ich fahre für drei bis vier Tage zu meinen Kindern, wie soll ich Ihnen da einen ganzen lag widmen? Und was würden Sie auch einen ganzen langen Tag mit einer alten Frau anfangen?" Fortsetzung folgt. MODEBERICHT KLEINE ANMERKUNGEN ZUR WINTERMODE Dir neue Modelinie, die sich nach langem vei geblichen Versuchen der maßgebenden Faktoren doch durchzusetzen scheint, schafft die bewegt'- Silhouette, die breiter, weicher und in gewissem Sinne weiblicher wirkt. Kleider und Mäntel sind faltenreich und glockig und clie zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten der neuen i'ormen sind eine angenehme Abwechslung nach den überaus einfachen geraden. w:e eine Uniform wirkenden Modellen der jüngsten Tage. Alles ist weil, Kleider, Mantel, Jacken, sogar Pelze zeigen bewegtere Linien. Besonders auffallend ist clie veränderte Linienführung am G:- sellschafts- und Abendkleid, wo die im Strafu-nkleid meist nur angedeutete Weite und Bewegtheit bis zur letzten Konsequenz, durchgeführt wird. Die ersten Versuche mit Glocken und kalten bei gleichzeitiger Verlegung des Taillenschlusse^ haben bei den krauen auf berechtigten Widerstand gestohen, denn die jugendliche Schlankheit ging dabei verloren. Wenn es auf Kosten der Jugend und der bestmöglichen Geltungmachung des sportlich trainierten Körpers geht, dann sind die krauen auch für neue Moden nicht zu haben. Die Schneider waren vor ein Problem gestellt und heute ist es bereits in Form der sogenannten schlanken Glocke gelöst, die tief, oft erst in Kniehöhe ansetzt und durch die nur angedeutet.- Fülle clie Figur erst recht zur Geltung bringt. Frauen die gewöhnt sind, ihre Toilette mit geringen Mitteln zu bestreiten, die mit hülfe ihrei I lausschneiderin und mit Müh? ihres eigenen, guten Geschmackes gut angezogen zu sein gewöhnt waren, haben jetzt einen schweren Stand. denn mit blul.it m Abgucken de.s Modelies im Auslagfenster oder im Salon einer Schneiderin ist es heuer nicht getan. Die Schnitte sind kompliziert und der Reiz dieser neuen Modelle hängt von Feinheiten ab. die nur der geübten bland und dem ueübten Ausie celiniren. I rotz dieser Schwierigkeiten wird die geschickte Frau auch dieses Jahr nicht auf das Vergnügen chic g'.-kleidet zu s< in verzichten müssen, 'wenn sie bei Wahl der Modell.- die einlache Machart bevorzugt und n,ertieibun<jen der Modelinie aus dem Wege ueht. F. IT DEUTSCH- ENGLÄNDERIN ROSIE KAPP DARMSTADT, Heinrichstr. 65 PRIilßURG I. II j Tel. z^Sl LlOCtllC-tniiiC , Tel. i,v;M I TOaTmiU^NSIONAT j COHN-MRNSITIN' j Bp-». Viii, mi G.re,T. iw Vn&m* : ha- K,-1.-,,-,:.-,-:, ■ Hochfeine Stoffreste in großer Auswahl geeignet für Anzüge, AAodehoseu, Winterrücke, Ulster, Pel/.iiberzuge infolge kleiner Regie konkurrenzlos bei Kann & Fried WIEN, VT., Linke Wienzeile 40 (im Hofe).

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