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Menorah · 1925-10-01 · Heft 10 (Oktober 1925) · p. Seite 203

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
3 (1925)
Issue
Heft 10 (Oktober 1925)
Article
Die Synagoge in Heidingsfeld
Date
1925-10-01
Page
Seite 203 (sequence 1)
Language
German
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MEN O RAH illvxtrierte monatxtchrift FVrDie Jvdis-cheEamilie WUElvT^- FRANKFVRT a .M. III. JAHRGANG OKTOBER 1925 NR. 10 DIE SYNAGOGE IN HEIDINGSFELD VON ERICH TOEPLITZ Illustrationen nach Zeichnungen und Abbildungen aus den Bestanden der Gesellschaft 7.ur Erforschung jüdischer Kunstdenkmaler in Frankfurt am Main Heidingsfeld, ein Städtchen etwa eine halbe Stunde mainaufwärts von Würzburg, besitzt eine alte Judengemeinde1), die zuerst im Nürnberger Memorbuch2) anläßlich der Verfolgungen 1298 erwähnt wurde. 1498 gab es nur 7 jüdische Familien dort, doch erhielt die Gemeinde im 15. Jahrhundert ein Rabbi - nat, das vom 18. Jahrhundert bis 181 3:i) Oberrabbinat aller jüdischen Gemeinden des Würzburger Bezirkes war. 1805 gab es in Heidingsfeld fast 600 Juden1); die Seelenzahl war bis 1903 auf 100 gesunken, weil nach Aufhebung des Wohnverbots in Würzburg die Juden in diese größere Stadt übersiedelten. Ebenso wie die Heidingsfelder Judengemeinde der Nähe der durch das Wohnverbot unzugänglichen Stadt ihr Aufblühen verdankte, bedingte die Aufhebung dieses Verbots auch den Verfall der Gemeinde. Heute zählt sie nicht mehr ganz 100 Seelen und dürfte in den nächsten Jahrzehnten das Schicksal der jüdischen Kleinstadt- und Dorfgemeinden erleiden, wegen Mangel an Mitgliedern aufgelöst zu werden. Mitte des 18. Jahrhunderts scheint Heidingsfeld, das hebräisch stets die Dialektbezeichnung Heitzfeld trägt1), eine bedeutende Gemeinde gewesen zu sein, die sich 1780 unter dem Rabbinat des Oberrabbiners Low Baruch Cohn eine neue51) Synagoge errichtete'') Ein rechteckiger Bau, dessen Männerraum durch zwei Untergeschosse und ein Mezzaninobergeschoß hindurchgeht, und der an der Südwestseite von einem dreigeschossigen Bauteil begleitet wird, dessen Erdgeschoß und erste Empore für die Frauen vorgesehen sind. Die Verbindung mit dem Männerraum wird durch drei segmentbogig nach oben abgeschlossene Maueröffnungen bewirkt, die durch hölzerne Doppeltüren verschlossen sind. Der Oberteil dieser Türen ist vergittert und im Erdgeschoß mit verglastem Oberlicht versehen, das bei den Türen des zweiten Geschosses fehlt, weil es hier nicht nötig ist, um die Einblicksmöglichkeit vom Männerraum aus zu verwehren. Über der Frauensynagoge befindet sich noch ein Zimmer, das durch ein Fenster mit der Männersynagoge verbunden ist; hier ist die Gemeindestube untergebracht. Man betritt den Männerraum in der Ecke der linken Seite, die dem Thoraschrein gegenüberliegt, die Frauenräume und die Gemeindestube werden über einen Gang zwischen der Synagoge ') Nach J. E. unter Heidingsfeld. -) Martyrologium, Saalfcld. S. 233. ') Verlegung des Oberrabbinats nach Würzburg (s. d. nächste Anm.\ ') Franz Schneider, Heidingsfeld, ein altfränkisches Städtebild. Ebenda 1908. ■) Die Kunstdenkmälei von Unterfranken und Aschaffenburg, Heft III. Bezirksamt Würzburg, bearb. v. Felix Mader. S. 57,8. M Nach Schneider die dritte Synagoge am gleichen Platz. und dem rechts danebenliegenden Lehrerhaus erreicht. Der direkte Eingang zum Männerraum in der Mitte der Nordostseite, also gegenüber der Frauenschule, ist heute innen durch Gestühl verstellt. Dieser Zugang soll nur bei Trauungen benutzt worden sein, die auf dem Platz vor der Synagoge auf der linken Seite abgehalten wurden; hier befindet sich auch der Chuppastein, der einen Davidsstern in einem Kreis zeigt, der in ein Quadrat eingestellt ist. In den übrigbleibenden vier Ecken sind die hebräischen Anfangsbuchstaben des Trauungsspruches: „Stimme der Freude und Stimme der Wonne, Stimme des Bräutigams und Stimme der Braut" verzeichnet. Der geräumige Platz vor der Synagoge wird von der Straße durch eine Mauer getrennt, die auch das Lehrerhaus mitumschließt; in diesem sind die Schulräume untergebracht. Das Äußere der Synagoge zeigt an der allein völlig sichtbaren Front einen rustikaartig-verputzten, fensterlosen Unterbau. Hier befindet sich in der Mitte die eben erwähnte Haupttür, die in einem Risalit liegt, das nur im Erdgeschoß vorhanden ist. Die Obergeschosse sind glatt verputzt und durch glatte Gesimse getrennt. Die beiden ersten Geschosse haben je drei, das Obergeschoß nur ein Fenster. Oben endigt das Gebäude in ein Mansardendach. Der Eingang zur Rechten ist durch einen kleinen, eingeschossigen Überbau geschützt, der ein Zeltdach trägt. SYNAGOGE IN HEIDINGSFELD: AUS.SENANS1CHT

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