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Menorah · 1925-08-01 · Heft 8-9 (August 1925) · p. Seite 192

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
3 (1925)
Issue
Heft 8-9 (August 1925)
Article
Salomon Rossi
Date
1925-08-01
Page
Seite 192 (sequence 2)
Language
German
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192 M E N O R A H gehoben hat, daß schließlich die Gleichberechtigung mit den christlichen Mitbürgern eine Selbstverständlichkeit wurde. Hat er für sich das Recht in Anspruch nehmen können, ohne das Judenmal, das gelbe Abzeichen am Hut oder Barett, ausgehen zu dürfen, so hat diese Ausnahme den Wall durchbrochen, den Haß und Mißgunst um das gesamte Judentum aufgetürmt hatten. Ein jüdisches Musikfestin Palästina Nachstehender Aufruf ist dem Leiter dieser Musikrubrik von „The Palestine Musicians Association", der Vereinigung sämtlicher ausübender Musiker Palästinas zugegangen. Es wäre erfreulich, wenn diese Veröffentlichung dazu beitragen würde, alle für die jüdische Musikkultur Interessierten zu tatkräftiger Mitarbeit zu veranlassen. ^anw-p« -ojjb rHJN ,übm ,na*n THE PALESTINE MUSICIANS ASSOCIATION JERUSALEM Das jüdische Volk ist gegenwärtig mit der Zustimmung aller Kulturnationen der Welt im Begriffe, sich eine nationale Heimstätte in Palästina, dem Lande seines Ursprunges, aufzubauen. Hier will es die kulturellen Fähigkeiten, die in ihm liegen, frei und unbehindert entfalten. Im kulturellen Aufbau hat die Wissenschaft mit der Eröffnung der hebräischen Universität in Jerusalem am 7. April d. J. ein Heim gefunden — die Künste und insbesondere die Musik stehen noch zurück. Dies ist bei der bedeutenden Rolle, die die Musik im jüdischen Leben spielt, ein unmöglicher Zustand, dem abgeholfen zuerden muß. Von diesem Gedankengang geleitet, hat die unterzeichnete Vereinigung, eine Organisation, die sämtliche Musiker Palästinas umfaßt, beschlossen, für Ostern 1926 nach Jerusalem einen allgemeinen jüdischen Musikerkongreß einzuberufen. Gegenstand dieses Kongresses zuird unter anderem sein: Errichtung eines Musikinstitutes an der hebräischen Universität in Jerusalem, das von großer Bedeutung für die Erforschung jüdischer und orientalischer Musik sein wird; Förderung des allgemeinen musikalischen Erziehungswesens in Palästina. Der Kongreß zuird aber auch die sehr wichtige Aufgabe zu erfüllen haben einen Kontakt unter den jüdischen Musikern der Welt herzustellen und sie und ihre Musik einander näher zu bringen. Im Anschlüsse daran wird sich Gelegenheit zur Erörterung über Entwicklungsmöglichkeiten und Wege einer jüdischen Kunstmusik ergeben. Dabei wird es für die Teilnehmer von besonderem Interesse sein, jüdische Volks- und Synagogalmusik der verschiedensten jüdischen Stämme, die alle in Jerusalem vertreten sind, kennenzulernen, sei es durch besondere Veranstaltungen, sei es in ihrem natürlichen Milieu. Zugleich mit dem Kongreß soll ein jüdisches Musikfest stattfinden, das einen Überblick über die jüdische Volksmusik, das Schaffen jüdischer Musiker in der nichtjüdischen Welt und insbesondere über jüdische Musik der Gegenwart geben soll. Für die Möglichkeit einer Besichtigimg des Landes werden Vorkehrungen getroffen zuerden. Die Aufgabe ist groß und die Zeit kurz. Wir bitten Sie daher um Ihre Mitarbeit und bitten Sie, uns möglichst bald mitzuteilen: 7. Ihre Zustimmung im allgemeinen. 2. Vorschläge zur Tagesordnung des Kongresses und zum Programm des Musikfestes. 3. Sonstige Vorschläge. 4. Mitteilung der Adressen von Personen und Körperschaften, an die zuir uns sonst noch wenden sollen. Dr. M. Sandberg. M. Reiner. Die Jahrtausend - Ausstellungen der Rheinlande Die vielen Beschränkungen technischer, finanzieller, persönlicher (Stifter) und räumlicher Art hemmen die wissenschaftliche Bedeutung der Museen in peinlichster Weise. Kann der Fachmann durch Reisen, Erinnerungsbilder und Photographien das Fehlende auch bis zu einem gewissen Grade ergänzen, so ist dies bei den Laienbesuchern weder zu verlangen, noch überhaupt zu ermöglichen. Will man also Entwicklungen aufzeigen, Zusammenhänge herausarbeiten, Vergleiche ermöglichen oder auch nur die Fülle des vorhandenen Materials vor Augen führen, so muß man Sonderausstellungen veranstalten. Selbst diese vollständigen und nach großen Gesichtspunkten geordneten Unternehmungen werden, wegen äußerer Behinderungen (technischer und leider oft auch persönlicher Art) und wegen innerer Unzulänglichkeit (mangelnde Vollständigkeit der Erhaltung oder der sicheren Bestimmung), stets Stückwerke bleiben. Der Erfolg hängt jedesmal von der Person des Leiters ab, der neben wissenschaftlicher Genauigkeit und Organisationstalent auch ästhetischen Sinn besitzen muß. Die drei größten Ausstellungen im Rahmen der Jahrtausendfeier der Rheinlande zeigen gerade in dieser Richtung ein recht verschiedenes Gesicht. Aachen ist die kleinste und im Gesamteindruck die unerfreulichste Schau, die viel zu wenig Wert auf museumstechnische Gepflogenheiten legt. Düsseldorf ist die vornehmste und wissenschaftlich zugleich die bedeutendste der Ausstellungen, deren weise Beschränkung auf die letzten hundert Jahre der heimischen Malerei die Meisterhand Koetschaus und seiner Mitarbeiter in jeder Einzelheit verrät. Das größte Ausmaß hat die Kölner Schau, die als Ganzes eine museale Leistung alierbester Art genannt werden darf. Bei der großen Anzahl der Unterabteilungen war es wohl, vielleicht auch aus persönlichen Gründen, nicht immer angängig, einen förderlichen Einfluß auf die zahlreichen Abteilungsleiter zu nehmen, so daß neben ausgezeichneten, auch direkt traurige museale Leistungen gezeigt werden. Im allgemeinen darf man sagen, daß die Qualität bei den Theologen und Philologen diesesmal — wie stets — sehr gering ist und sein muß, weil diesen Herren denn doch alle Eigenschaften abgehen müssen, die für das äußere Gesicht xmd damit auch für die Wirkung maßgebend sind. Allein die Vollständigkeit und die wissenschaftliche Genauigkeit kann — wie z. B. in Aachen — als Entschuldigung gelten. Die Notwendigkeit, weiteren Kreisen Verständnis für die einfachsten Fragen der Museumstechnik zu vermitteln, dürfte mit Rücksicht auf die zahlreichen jüdischen Ausstellungen der letzten Jahre und auch der kommenden Zeit (Gesola)*) erwünscht sein. Es mag auch auf die Notwendigkeit hingewiesen werden, Zweck und Erfolg der historischen Sonderschau für ähnliche jüdische Zwecke im Galuth und in Palästina zu beachten. Die schwierigste Aufgabe wird es stets sein, historische Themata mit Geschick und Geschmack zu behandeln, wie es in Köln im allgemeinen geschehen ist. Neben dieser Betrachtung im großen bedarf es aber auch eines speziellen Berichtes über die Ausstellungen in bezug auf das vorhandene jüdische Kulturgut. Aachen hat nichts ausgestellt, weil die heimische Kolonie erst sehr jungen Datums sein soll. Ob und wie weit mittelalterliches Material zur Verfügung gestanden hätte, läßt sich nicht mit Bestimmtheit**) sagen. Im Bejahungsfalle müßte gegen die Gleichgültigkeit der Gemeinde der schwerste Vorwurf erhoben werden; es wäre hier eine ausgezeichnete Gelegenheit gewesen, das Judentum in Erscheinung treten zu lassen. Unabsichtlich ist dies in Düsseldorf geschehen, wo einige jüdische oder judenstämmische Maler zu finden sind. In der historischen Abteilung wären zu nennen***) : Eduard Bendemann geb. zu Berlin 1811, gest. zu Düsseldorf 1889) und Michael von Munkäcsy (geb. zu Munkäsc [Ungarn] 1846, gest. zu Endenich bei Bonn, von 1868 bis 1872 in Düsseldorf tätig). Ob Wilhelm *J Ausstellung für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen, Düsseldorf 1926. Weil der Berichterstatter sich zur Zeit im Auslande auf einer Studienreise befindet. ***) Alle Angaben nach dem Katalog der Ausstellung.

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