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Menorah · 1925-07-01 · Heft 7 (Juli 1925) · p. Seite 150

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
3 (1925)
Issue
Heft 7 (Juli 1925)
Article
Jam Hamelach, das Salzmeer
Date
1925-07-01
Page
Seite 150 (sequence 4)
Language
German
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150 M E N O R A H Abb. 7: EIN GEFAHRLOSES BAD IM TOTEN MEER Aus Schroetter: „Das Tote Meer", Verlag- Moritz Perlcs, Wien durch einfache Verdunstung bei Lufttemperatur und Sonnenwärme (35—40° C) gewinnt man zwei Produkte, wenn die Laugen durch ein geeignetes Verfahren getrennt werden, und zwar ein Kristallisat mit ungefähr 98% Kochsalz, und ein zweites mit K a r n a 11 i t (Chemische Formel: KCl + MgCl, -f 6HpO) . oft bis zu 30 (/< . Wird die Endlauge verdampft, so verbleiben im Rückstand 12 g Brom pro Liter. Wertvoll ist ferner die A sp h a 11-, Schwefel- und Gipsgewinnung. Als reichhaltig kann auch das Vorkommen von bituminösem Schiefer bezeichnet werden, der wenige Kilometer vom Ufer entfernt, im Wadi Dabor gefunden wird. Für Heizzwecke ergibt er ein durchwegs brauchbares Material. Schließlich noch einige Worte über die Vegetation der Uferlandschaft. Die trostlose Salzwüste, die man beim Toten Meer vermutet, herrscht nur bei jenen Uferpartien vor, die zeitweise vom Wasser überschwemmt werden. Dicke Salzkrusten bedecken den Boden, der kaum die kümmerlichsten Sträucher aufkommen läßt. Aber auch hier unterbrechen reizvolle Landschaftsbilder, insbesondere am Ostufer, das Einerlei der Salzwüste. Schroetter erzählt in seinem Tagebuche: „Die Uferpartien nördlich und südlich des Thermalgebietes von Kallirhoü gehören durch das Auftreten der Palme, welche die felsigen Steilabhänge schmückt, zu den schönsten Bildern der Reise. Je näher man an die hell- bis dunkelbraun getönten Sandsteinmauern herankommt, sieht man die dichtgedrängten Wedel, von der Sonne glänzend beleuchtet, aus den Wasserrinnen und Klüften der braunen Felsstufen vorragen. Zwischen Hamman ez Zarah und Hammam ez Zerqua lassen sich die üppigen Büsche als grüne Flecken weit hinaus zwischen den Gesteinsbändern und Redouten verfolgen. Einige hochaufstrebende Palmen mit spärlichen Resten von Wedeln reichen bis ans Meer hinab, wo sie um ihre Existenz ringen oder bereits der Salzflut zum Opfer gefallen sind. Von manchen sind nur mehr die Strünke zu sehen (vergl. Abb. 8); ein deutlicher Hinweis darauf, daß der Seespiegel im Steigen ist. Auch die Verkümmerung des Buschwerkes an anderen Gestaden deutet auf diesen Vorgang hin. Der hohe Salzgehalt des Wassers macht jedes Leben im Jam hamelach unmöglich. Es gibt daher keine Fische in diesen Gewässern des Todes. In einer seltsamen Weissagung aber spricht der Prophet Ezechiel von Fischen, die im Toten Meere sich noch einmal tummeln werden. (Kap. 47.) Er läßt nämlich eine Quelle mit gesundem Wasser unterhalb der Schwelle des Jerusalemer Heiligtums entspringen. Der Wasserlauf, vom Berg Moriah bis zum Toten Meere geleitet, wächst unterwegs zu einem starken Strome an: „Und er führte mich abermals an die Türe des Hauses, und siehe, da floß Wasser unter der Schwelle des Hauses hervor gegen Osten; denn die Front des Hauses ist gegen Osten. Und das Wasser floß auf der rechten Seite des Hauses herab, südlich vom Altar. Dann führte er mich durch das nördliche Tor hinaus und ließ mich den Außenweg herum bis zum Außentore gegen Osten gehen, und siehe, das Wasser rieselte von der rechten Seite hervor. Als der Mann gegen Osten hinausgegangen war, eine Meßschnur in der Hand, maß er tausend Ellen. Dann führte er mich durch das Wasser; Wasser bis an die Knöchel. Und er maß tausend Ellen, dann führte er mich durch das Wasser; Wasser bis an die Knie. Und er maß wieder tausend Ellen, dann führte er mich hindurch: Wasser bis an die Lenden. Und er maß tausend Ellen: es war ein Strom, den ich durchschreiten konnte, denn das Wasser war hoch, dann Wasser zum Schwimmen, ein Strom, der nicht durchschritten wird. Und er sprach zu mir: Hast du gesehen, Menschensohn? Dann führte er mich zurück an das Ufer des Stromes. Als ich zurückkehrte, siehe, am Ufer des Stromes standen sehr viele Bäume, an beiden Seiten. Und er sprach zu mir: Diese Gewässer fließen in den Kreis gegen Osten und laufen in die Ebene und fallen ins Meer, und das Wasser wird heil. Und es geschieht: Allerlei belebtes Wesen, welches sich regt, wird überall, wohin der starke Strom kommt, leben, und sehr viele Fische werden sein . .. Und es geschieht: Fischer werden daran stehen, von En-Gedi bis En-Eglajim werden Plätze zum Ausspannen der Netze sein; nach ihrer Art werden Fische darin sein, wie die Fische des großen Meeres, sehr viele. Seine Sümpfe und Lachen aber w erden nicht heil, zu Salz sind sie bestimmt. Und am Strome werden an beiden Ufern allerlei Fruchtbäume wachsen, deren Laub nicht welkt und deren Frucht nicht ausgeht, sondern alle Monde reift: denn seine Gewässer fließen aus dein Heiligtume hervor; und ihre Frucht wird zur Speise und ihr Laub zur Heilung sein." Ob hier die technisch immerhin mögliche Ausnützung der Depression des syrischen Grabens vor mehr als zweitausend Jahren geahnt wurde? Es wäre eines der gigantischesten Ingenieurwerke unseres Erdballes, wenn Wasser des mittelländischen Meeres in Kanälen oder Röhren über Jerusalem bis zum Toten Meere geführt würden, um dann in einem viele hundert Meter tiefen Wasserfalle dröhnend ins tote Meer zu stürzen. Unberechenbar sind die Kraftmengen, die auf diesem Wege zu gewinnen wären. Nicht nur Palästina, auch die umgrenzenden Länder könnten ausreichend und billig mit Kraft und Licht versorgt werden. Das Niagarawerk bliebe ein Puppenspielzeug gegenüber den riesenhaften Anlagen, die hier erbaut werden müßten. Theodor HerzI hat in seinem Roman „Altneuland" in einer wunderbar leuchtenden Vision dies Werk geschildert, das ebenso phantastisch und ebenso real sein kann, wie die Idee der Heimkehr des Volkes in das Land Israels. Die Weissagungen Ezechiels werden ihre Erfüllung finden: das Heiligtum wird wieder gebaut werden und den Judenstaat krönen. Vom Berge Moriah wird der Quell des Lebens ins Tote Meer fließen und die Salzwüste des Jam hamelach in einen Garten verwandeln. Und auch das scheintote Vclk wird zum Leben, zum wahrhaften Leben auferstanden sein. Abb. 8: ABSTERBENDE PALMEN AM MEERESRAND Aus Schroetter: „Das Tote Meer", Verlag- Moritz Perles, Wien

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