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Menorah · 1925-07-01 · Heft 7 (Juli 1925) · p. Seite 147

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
3 (1925)
Issue
Heft 7 (Juli 1925)
Article
Jam Hamelach, das Salzmeer
Date
1925-07-01
Page
Seite 147 (sequence 1)
Language
German
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MENORAH illvittrierte monatjxchrift FVrDie Jvdis-che Familie _WI£K^ PRANKFVRT A M._ III. JAHRGANG_JULI 1925 NR. 7 ROBERT WEISS / JAM HAMELACH, DAS SALZMEER Seit Jahrtausenden birgt das Wasser und der Boden des Toten Meeres ungeheure Mineralschätze. Viele Generationen von Menschen haben mit primitiven Mitteln versucht, dem Meere die kostbaren Salze abzugewinnen. Aber erst in unseren Tagen wird mit der intensiven Verwertung der chemischen Bestandteile des Toten Meeres begonnen werden können. Juden werden die technischen Erkenntnisse und Methoden der Galuthländer zur neuerlichen Besitznahme des Landes mitbringen. Sind sie doch die einzige Mitgift Europas aus Jahrhunderten leidvollen Aufenthaltes-- * Der Jam hamelach, das Salzmeer entstand vor Jahrtausenden, am Schlüsse des Pliozäns oder zu Beginn des Diluviums. Für die Geologie ist dies eine der wichtigsten Übergangszeiten unserer Erdgeschichte. Die Jungtertiärperiode ging ihrem Ende entgegen. Die Säugetierstämme hatten in rascher Entwicklung sich ihrer heutigen Konstitution genähert. In Europa fand man abgenützte Feuersteinsplitter in Erdschichten, die dieser Periode angehören. Sie ermöglichen die Vermutung, daß damals bereits menschliche Wesen geschaffen worden waren. Die Eiszeit hatte vielleicht schon begonnen, als vom Norden bis zum Süden Syrien-Palästinas das Land einbrach und jenen langen Graben formte, dessen merkwürdigsten Teil das Tote Meer bildet. Der Graben beginnt im Norden Syriens, im Tal des Orontes (El-gab). Er gestaltet dann als El-bika zwischen den Höhenzügen des Libanon und Antilibanon das Tal des Litani bis zum Knie. Der Graben setzt sich bei den Jordanquellen fort, formt den Meron- und Tiberiassee und bildet dann das Jordantal (El-gor). Der Jordan mündet in das Tote Meer, das bekanntlich ohne Abfluß ist. Der syrische Graben aber setzt sich im Wadi l'araba fort und erreicht im Meerbusen von Akaba das Rote Meer. Diese gigantische Senkung ist die einschneidenste Furche, die tiefste Depression unserer Erdoberfläche. Im nördlichsten Teile des Toten Meeres erreicht sie eine Tiefe von 793 Metern unter dem Spiegel des Mittelländischen Meeres. Der Geograph Westjordaniens O. Ankel nennt den syrischen Graben „einen mißlungenen Versuch der Natur, das Mittelmeer noch weiter nach Osten und Südosten ausgreifen zu lassen."*) Auch die Bibel berichtet von geologischen Katastrophen, die — allerdings in viel späterer Zeit — sich in der Gegend des Toten Meeres ereignet haben dürften. Als die Herdenbesitzer Awraham und Lot die Weideplätze des Landes Kanaan sich untereinander aufteilten, besaß das Tote Meer möglicherweise eine geringere Oberfläche als heute. Denn das Buch Bereschith erzählt (Kap. 1 3, V. 1 0) : „Und Lot erhob seine Augen und er sah, daß der ganze Umkreis des Jordan vollkommen bewässert war. Bevor Gott Sodom und Amorah zerstört hatte, war er wie ein Garten Gottes. . ." Allerdings hat man 426 Meter hoch über dem jetzigen Spiegel des Meeres Ablagerungen gefunden, die auf einen nicht allzu salzhaltigen Binnensee schließen lassen, der vom Südende des Toten Meeres (von heute) bis zum Tiberiassee einmal gereicht haben dürfte. *) O. Ankel, Grundzüge der Landesnatur des Westjordanlandes 1897, Seite 48. Sodom, das als Grenzstadt Kanaans im 10. Kapitel Bereschith (V. 19) mit Amorah erste Erwähnung findet, liegt am Südwestrand des Toten Meeres, dort wo sich heute die bläulichen Salzfelsen des Dschebel us dum (Sodomsberg) erheben. (Vgl. die Kartenskizze Abb. 1 sowie Abb. 2.) Dieser merkwürdige Berg beherbergt unzählige Höhlen; an seinem Südende findet sich eine Höhle, die durch ein seltenes Naturspiel bekannt geworden ist. Hermann Schroetter berichtet hierüber in seinem Buche*) : „Der Höhlenraum selbst bietet nichts Besonderes; er *) Dr. Hermann Schroetter, Das Tote Meer. Beitrag zur physikalischen Geographie und Balneologie mit Bemerkungen zur Flora der Ufergelände. 1924, Wien und Leipzig. Verlag von Moritz Perles. f: 700.000 Abb. 1: KARTENSKIZZE DES TOTEN MEERES Aus Schroetter: „Das Toto Meer", Verla* Moritz Perles, Wien

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